Schweinsteiger und die Medien

Das in Deutschland möglich ist, dass alle etwas sehen, aber keiner etwas deswegen sagt, wissen wir schon seit einigen Jahrzehnten. Neu ist, dass die Medien beim Fußball schweigen. Normalerweise wird kontrovers über jeden falschen Einwurf stundenlang mit Experten und Leuten, die kaum einen geraden Satz bilden können, debattiert, gestritten und ab und an sogar gelacht. Umso überraschender muss es für den „normalen“ Fußballfan gewesen sein, dass sich kaum jemand getraut hat, Schweinsteigers Form bei dieser EM zu kritisieren. Erst viel zu spät fand zum Beispiel die Süddeutsche ihr Symbol des Scheiterns.

 „11 Freunde“ schrieb eine treffende Einzelkritik zum Italien-Spiel.

Bastian Schweinsteiger: Schon nach einer halben Stunde musste man sich die Frage stellen: Warum stand Bastian Schweinsteiger überhaupt auf dem Platz? Klar, um seiner Mannschaft trotz der nicht vorhandenen Topform Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Doch selbst dazu war Schweinsteiger zu müde. Seine Bewegungen wirkten träge, vorhersehbar, ausrechenbar. So fehlte der deutschen Mannschaft ein entscheidender Ideengeber für die Offensive. Bittere Erkenntnis: Wenn der Kopf müde ist, kann der Körper auch nicht funktionieren. Bittere Erkenntnis 2: Noch vertraut Joachim Löw Sami Khedira nicht als alleinigem Herrscher in der ordnenden Zentrale. Sonst hätte er Schweinsteiger ausgewechselt.“

Gratulation „11 Freunde“, das ist absolut treffend in dieser Kürze formuliert. Wenn man also was zu Schweinsteiger sucht, in den seriösen Printmedien wird man fündig. Wie es im Boulevard aussieht, kann ich dagegen nicht sagen, schon weil ich mich im Moment gar nicht mit diesem beschäftigen will. Ich weiß lediglich, dass in der B1LD nach dem zweiten Gruppenspiel stand, dass Real Madrid an Schweinsteiger dran wäre. Angeblich, weil er so eine gute EM spielt. Ich lasse das mal unkommentiert.

Football.ua

Bild: Football.ua (Verbreitung nur unter Namensnennung)

Was mich wirklich aufregt, sind aber nicht die Printmedien, sondern die Fernsehberichterstattung. Niemand im TV wollte anscheinend Schweinsteiger ernsthaft kritisieren. Jeder Fan hat gesehen, dass „Basti“ total neben sich steht und nicht ansatzweise in der Form ist der Leader eines Europameisters in spe zu sein. Er schlug einen Fehlpass nach dem anderen, das juckte von den Moderatoren und Kommentatoren keinen. Er verlor gefühlt 80% seiner Zweikämpfe, alle gucken weg. Er grätscht in einer Situation einem Angreifer den Ball weg, alles jubelt. An der Stelle muss man sich fast schon fragen: Gab es vielleicht ein heimliches Abkommen zwischen Nationalmannschaft und den öffentlich-rechtlichen Sendern? Nach dem Motto: „Bitte nicht Schweini kritisieren. Wir möchten, dass er aufgebaut wird, damit er uns ins Finale bringt.“ Oder fehlt es uns an Journalisten im deutschen Sportfernsehen, die es sich auch mal trauen, die gestandenen Spieler zu kritisieren? Dieses Phänomen muss dann aber neu sein. Hat vielleicht auch mit der Personalpolitik der ARD zu tun. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem ich in naher Zukunft etwas schreiben werde.

Klar Schweinsteiger war nicht fit, auch wenn das immer wieder behauptet wurde. Und klar, jeder macht Fehler, auch der Bundestrainer. Und jeder Deutsche ist irgendwie so ein kleiner Bundestrainer und denkt die Entscheidung die er getroffen hätte, wäre die beste. Und auch klar ist, dass das Stuss ist. Bundestrainer ist Löw und er meines Erachtens einen passablen Job gemacht.

Die einzig klare Fehlentscheidung, die er dieser Tage getroffen hat, war es, komme was wolle, an Schweinsteiger festzuhalten. Aber letztlich kostete dies Fehlentscheidung allein der deutschen Nationalmannschaft nicht den Titel. Die mutigen, aber sehr gelungenen Personalumstellungen vor dem Griechenlandspiel hat der Bundes-Jogi zurückgenommen. Sinniger wäre es gewesen diese beizubehalten und Toni Kroos für Schweinsteiger aufzustellen. Das wäre letztlich die bessere Alternative gewesen. Meines Erachtens die deutlich bessere. Nachher ist man immer schlauer.

 

23 Freunde müsst ihr sein

Euer Zero

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Kommentar zu Zeros „Kleinigkeiten, die mich tierisch nerven (1)“

Ich dachte mehrere Jahre, Autofahren wäre ein Privileg von denen, die es sich leisten können und ein Luxus, bei dem man gar nicht anders könne, als ihn zu genießen. Nach zu vielen Autobahnkilometern und regelmäßigem Pendeln wurde ich eines Besseren belehrt und habe meine Meinung um 180 Grad geändert. Aus voller Überzeugung daher meine eindringliche Empfehlung an alle autofahrenden Leser: Wer es einrichten kann, sollte ebenfalls viele Strecken mit der Bahn zurücklegen… Dazu noch schnell ein paar logische Selbstverständlichkeiten:

(a) Die Gesamtmenge des Gepäcks ist aus Gründen der Bequemlichkeit begrenzt. Eine gute Planung hilft, unnötiges Hin- und Herschleppen zu umgehen.

(b) Freitags und sonntags kann es sehr voll werden. Ich meide diese Tage wie der Teufel das Weihwasser. Wer das nicht kann, muss sich was einfallen lassen oder in den sauren Apfel beißen.

(c) Preislich ist es besonders günstig, wenn man die niedrig frequentierten Uhrzeiten/Tage bucht und sich mindestens eine Woche im Voraus nach den verfügbaren Sparpreisen richtet. Da kommt kein Auto mit (Wertverlust, Unterhalt, Sprit).

Diese Pluspunkte gibts obendrauf:

– Wer nicht gerade zu den Stoßzeiten mit der Bahn unterwegs ist, sorgt für eine gleichmäßigere Auslastung der Züge bei unverändertem Gesamtenergieverbrauch. Das ist eine äußerst ökologische Art zu reisen!

– Für mich ist es das wichtigste Argument, dass sich die Fahrzeit prima zum Arbeiten oder Entspannen nutzen lässt. Im eigenen Auto dürfte das hingegen seltener klappen und schwieriger sein.

Jetzt noch im Einzelnen zu den Punkten aus Zeros Beitrag:
Ich sehe es genauso, dass besonders an den Wochenenden ausreichend Fahrer auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, die durch kontinuierlich störendes Verkehrsverhalten auffallen.

Nehmen wir erst mal den notorischen Mittelspurfahrer: Perspektivübernahme scheint ihm ein Fremdwort zu sein. Die Interessen der übrigen Verkehrsteilnehmer sind aus seinen Gedankengängen ausgeschlossen. Mich würde interessieren, ob diese Egozentriertheit und Rücksichtslosigkeit wenigstens nur auf den Verkehr begrenzt ist. Der Mensch neigt leider grundsätzlich dazu, automatisierte Gewohnheiten kaum noch zu hinterfragen (obwohl er es könnte!). Das meiste Verständnis habe ich noch für Fahrer älteren Jahrgangs: Wer weiß, womöglich haben sie nie richtig gelernt, die rechte Spur zu benutzen! Aus dem einfachen Grund, dass es sie vor dreißig oder mehr Jahren noch gar nicht gab 😉

Bezüglich der nötigenden Verkehrsteilnehmer, die von hinten angerast kommen, gebe ich auch noch meinen Senf dazu: Es gibt doch im Wesentlichen zwei Motive fürs Schnellfahren:

– Zeitknappheit und
– Spaß.

Wer zum Wochenendverkehr aus Zeitknappheit schnell fährt, tut mir leid, weil es ziemlich stressig und gefährlich ist bei all den langsamereren Verkehrsteilnehmern, die sich regelmäßig hinsichtlich der Geschwindigkeit der Raser verschätzen oder denen es einfach egal ist, ob andere schneller als man selbst unterwegs sein wollen. Wer es regelmäßig eilig hat, sollte aus meiner Sicht andere Fahrzeiten wählen, ein anderes Verkehrsmittel oder aber sich mehr Zeit zugestehen.

Ich glaube, vielen macht es einfach Spaß, schnell zu fahren. Anders kann ich mir nicht erklären, warum Leute einen doppelt so hohen Spritverbrauch, mehr Verschleiß und höhere Risiken für 15 % Zeitersparnis in Kauf nehmen. Für diese Kosten bekäme man im Übrigen ein Zugticket in der ersten Klasse. Ich befürchte, dass diese Gruppe irgendwann nicht mehr vollständig zwischen Autofahren zur Wegstreckenbewältigung und Autofahren als Selbstzweck trennen kann. Wird ihnen der Spaß durch einen langsameren Verkehrsteilnehmer genommen, macht das wütend und man wird ihm nach Möglichkeit beweisen, dass man ein schnelles Auto fährt und diesem nervigen Schleicher hoffnungslos überlegen ist. Ich glaube, dass solche wenig intelligenten Gedankengänge gar nicht so abwegig sind, wie es wünschenswert wäre. Zudem kann es keinem Schnellfahrer schade, sich ab und an zu fragen, warum man sich das antun muss.

Zum Beispiel mit der Kolonne: Ich hätte an Deiner Stelle gewartet, bis Dich einer rein lässt. Es kommt auf ein paar Minuten einfach nicht an. Es gibt genug vernünftige Autofahrer, als dass man gezwungen ist, sich auf einen Konflikt mit den wenigen wirklich Bescheuerten einzulassen, nur um die Spur wechseln zu können.

Ich habe nie verstanden, warum im langsameren Verkehr alle auf der linken Spur fahren müssen und die rechte Spur bis auf wenige LKW alle paar KM völlig frei ist. In solchen Fällen bin ich immer rechts gefahren und wenn auf der linken Spur gebremst werden musste, rollt man auch schon mal an den Verkehrsteilnehmern dort vorbei. Dann bin ich vom Gas und habe mich wieder auf deren Tempo zurückfallen lassen. Straßenverkehr ist einfach kein Wettbewerb, sondern eine kollektive Veranstaltung mit dem gemeinsamen Ziel, sicher am Fahrtziel anzukommen. Alle sitzen in einem Boot…

Übrigens: Wenn ich im Spiegel rechtzeitig erkennen kann, dass sich ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit nähert, dann würde ich mit 130/140 nicht noch zum Überholen ansetzen, sondern mich langsam an den LKW heranrollen lassen. So viel Rücksicht sollte meiner Meinung nach selbstverständlich sein – schließlich ist nicht jeder Schnellfahrer ein drängelnder Raser. Ich habe selbst oft erlebt, dass sich langsamere Verkehrsteilnehmer hin und wieder enorm verschätzen bezüglich der Geschwindigkeit eines herannahenden Fahrzeugs. Hier sollte keiner auf seinem Recht bestehen bleiben, jederzeit links überholen zu dürfen, nur weil gerade ein LKW auftaucht.

Ein Freund von mir führt nebenbei erwähnt gerade eine zum Thema passende Studie durch, in der untersucht wird, ob ein Selbstkonzept als guter und sicherer Fahrer und eine Präferenz von höheren Geschwindigkeiten mit dem Auftreten von Unfällen und drängelnden Verhaltensweisen assoziiert ist. Als eines der Messverfahren kommt der Implizite Assoziationstest zum Einsatz, mit dem ich selbst auch viel arbeite. Es wird also spannend, was dabei herauskommt 🙂

Kleinigkeiten, die mich tierisch nerven (1)

Heute möchte ich eine neue Kategorie auf Blogade einführen. „Kleinigkeiten, die mich tierisch nerven“ wird es immer geben, wenn mich irgendetwas stört, bei dem die meisten anderen Menschen sagen würde, dass es sie gar nicht interessiert.

Im Laufe der Jahre habe ich nämlich bemerkt, dass Dinge, die mich stören, anderen am Pops vorbei gehen, während sie sich über Sachen tierisch aufregen, bei denen ich jedes Mal denke: „Who cares?“ Aber mal sehen, vielleicht gibt es hier auch den ein oder anderen Leser, der meine Gedankengänge nachvollziehen kann. Beim ersten Thema bin ich mir eigentlich recht sicher, dass mich der Großteil der Bevölkerung hierzulande verstehen kann. Dennoch gehört es wohl in die Rubrik, denn nur weil sich viele darüber aufregen, muss es noch lange keine große Sache sein.

Ursprünglich hatte ich heute vor, eine andere, ebenfalls neue Rubrik (keine Kunst, das Blog ist ja auch noch ganz neu) einzuführen: Hasstiraden. Allerdings weiß ich aus der Praxis, dass diese Form von schriftlichen Beiträgen ein ganzes Stück Recherchetätigkeit voraussetzt, wenn man es halbwegs vernünftig angehen möchte. Diese Zeit habe ich heute leider nicht. Allerdings sind die Ideen schon in meinem Kopf.

Nun zum eigentlichen Thema des Tages: Der Verkehr auf den deutschen Autobahnen. Ich meine, dass muss doch anderen Leuten auch auffallen, dass es da drunter und drüber geht? In Deutschland ereifert man sich ja gerne über die Verkehrssituationen in anderen (meist südeuropäischen) Ländern. Und dies hat auch zum Großteil seine Berechtigung. In einer italienischen Großstadt musste ich im letzten Jahr einfach mal raus fahren, weil ich nicht mehr weiterfahren konnte aus purer Angst, ich würde einen von diesen bekloppten Mofafahrern kaputt machen ohne es zu wollen. Sensationell wie die Leute da rumbrettern. In Deutschland dagegen sind die Großstädte nicht das Problem. Auf der Autobahn ist es auch nicht allzu chaotisch, aber es fällt immer wieder auf, wie die Leute ihren Verstand abschalten, sobald sie mal länger als 15 Minuten am Stück am Steuer sitzen müssen. Ehrlicher Weise muss ich eingestehen, dass ich mich, wenn ich erstmal auf der Autobahn bin, für den Einzigen halte, der überhaupt halbwegs fahren kann bzw. immer richtig fährt. Natürlich stimmt das nicht. Dennoch beschimpfe ich wüst anderer Fahrer und Fahrerinnen. Im Auto merkt das ja keiner. Daher auch der große Spaß.

Je häufiger man auf der Autobahn unterwegs ist, desto deutlicher kristallisieren sich „Standard“-Fehler heraus und wenn man gerade nicht über viele andere Dinge nachdenkt, überlegt man automatisch, warum das wohl so ist. Am geilsten sind natürlich die Mittelspurschleicher. Egal wie viele Spuren es gibt, wie schnell der Durchschnittsverkehr fließt oder wie viel Verkehr auf der rechten Spur gerade fährt: Diese Leute fahren IMMER auf der zweiten Spur von links. Ganz selten trauen sie sich mal auf die „richtige“ Überholspur. Die tuckern dann da mit ihren 100 bis 130 km/h dahin und scheinen zu glauben, sie sind die einzigen Menschen auf der Welt, zumindest aber auf der aktuell befahrenen Autobahn. Wenn die rechte Spur frei ist, fahren sie nicht auf der. Nee, warum auch? Gibt es da etwa ne Regel für? Ach ja, es gibt ja zumindest in Deutschland etwas, das nennt sich RECHTSFAHRGEBOT. Kann man aber nicht wissen, dass damit gemeint ist, dass man möglichst weit rechts fahren sollte, wenn dies technisch möglich ist. Natürlich kann auf dreispurigen Autobahnen davon abgewichen werden, wenn auf der rechten Spur ab und an ein Fahrzeug zu finden ist. Dann darf man in der Mitte fahren. Meiner Erfahrung und Beobachtung nach interessiert es die Leute aber überhaupt nicht, ob da rechts irgendwas fährt. Sie fahren einfach dauernd mittig. Da kann über 10 km nichts auf der rechten Seite sein, manchmal auch mehr, der Mittelspurfahrer bleibt seiner Mittelspur treu. Ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot kostet 80 €. Diese Repressalie ist auf drei- und mehrspurigen Autobahnen aber im Prinzip nutzlos, weil sie einfach nicht kontrolliert wird, da die Abwägung der Polizei anscheinend zu schwierig ist. Die halten lieber polnische LKW an und lassen die ihre komplette Ware ausräumen. Ich bin dazu übergegangen sämtliche Mittelspurfahrer einfach rechts zu überholen. Damit begehe ich dann natürlich ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit und bringe mich und andere in Gefahr. Ist aber billiger als Nötigung.

Womit wir beim nächsten Punkt wären. Von Nötigung im Straßenverkehr sprechen wir, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer uns oder wir einen anderen Verkehrsteilnehmer durch eindeutige Zeichen zum Verlassen der Überholspur veranlassen will/wollen. Dank einer nicht mehr ganz aktuellen Änderung im Bußgeldkatalog wird seit einer Weile verstärkt auf diese Unart der Autofahrer reagiert. Nötigung ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat und damit richtig schön teuer und wohl aus diesem Grund auch recht selten geworden. Im Schnitt nötigt mich persönlich ein Autofahrer alle 500 bis 1.000 km. Es regt mich tierisch auf, wenn so ein Halbaffe von hinten mit 200 km/h ankommt und mir dann auf die Nüsse geht, nur weil ich gerade mit lediglich 140 einen LKW oder langsameren PKW überhole. Solche Leute stören mich noch viel mehr als die Mittelspurschleicher, die jedoch häufiger zu finden sind. Problematisch ist, dass eine Nötigung im Straßenverkehr sehr schwierig nachzuweisen sein dürfte. Im Zweifelsfall steht Aussage gegen Aussage und die Abgrenzung zum bloßen Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes ist auch nicht ganz eindeutig. Dichtes Auffahren allein reicht im Normalfall nicht aus. Es müssen zusätzliche Komponenten, wie „Lichthupe geben“ oder „hupen“ hinzukommen. Auch extrem weit links fahren während man den Sicherheitsabstand zum Vordermann nicht einhält, kann den Tatbestand der Nötigung erfüllen. Jeder „Genötigte“ ist anzeigeberechtigt. Ich denke aber, dass kaum einer von diesem Recht Gebrauch macht. Eventuell weiß er nicht einmal davon. Die Polizei sehe ich recht selten am Freitag auf der Autobahn fahren, außer es wird irgendwo geblitzt. Leider scheinen die Cops hier immer noch ihre Hauptaufgabe zu sehen, statt die wirklich gefährlichen Manöver, die so täglich auf der Autobahn stattfinden zu bestrafen.

Geblinkt wird auf der Autobahn grundsätzlich entweder gar nicht oder maximal einmal, wenn man die Spur schon halb verlassen hat. Geht ja auch keinen was an, auf welcher Spur man gleich weiterfahren will. Höchstens halt die Leute hinter einem, aber die müssen halt aufpassen. Wenn ich nicht alle hundert Kilometer mindestens einmal „aufpasse“, bin ich in einen Unfall verwickelt. An manchen Tagen ist es schlimmer als an anderen. Wenn es heiß ist oder sehr schwül, drehen die Autofahrer grundsätzlich häufiger durch. Zur Verteidigung der Blinklichtunterlasser muss ich allerdings sagen, dass es halt schwierig ist den Blinkhebel auf der linken Seite zu benutzen, wenn man in dieser Hand gerade sein Handy hält. Wird ja sicherlich ein wichtiger Anruf sein, z.B. die Bundeskanzlerin oder die Mutti, ob sie die Kartoffeln schon auf den Herd stellen soll.

Bei einem Fall bin ich mir nicht sicher, ob der Oppa und seine Omma im Mercedes richtig gehandelt haben oder ich. Vielleicht könnt ihr mir da ja mit eurer Meinung etwas weiterhelfen. Die Situation war folgende: Ich fuhr mit circa 110 km/h in einer längeren Kolonne auf der linken Spur der Autobahn als die rechte Spur so weit das Auge blickte frei wurde. Als einziger PKW verließ ich die Spur und setzte meine Reise in der gleichen Geschwindigkeit fort, der Rest der Kolonne fuhr ebenfalls mit dieser Geschwindigkeit. Sicherheitsabstand hatte ich natürlich eingehalten und der nach mir fahrende, bereits erwähnte, Mercedes auch. Circa nach 2 km kam ein Hindernis in Form eines ca. 80 km/h schnellen LKW auf der rechten Spur. Ich blinkte und wollte offensichtlich wieder auf die linke Spur wechseln. Der Mercedesfahrer bemerkte dies und gab just in diesem Augenblick Gas um die Lücke die durch mein Wechseln zuvor entstanden war zu-zu-fahren. Das hinderte mich allerdings nicht, dennoch in diese Lücke zu stoßen, worauf sich die Beifahrerin extrem aufregte. Sicherheitsabstand war offensichtlich nicht gegeben. Hinter dem Mercedes ging die Schlange noch sicherlich 10 Autos weiter, welche alle dicht-an-dicht fuhren. Habt ihr eine adäquate Lösung? Ich sehe mich da im Recht, vor allem, weil der Mercedes die ganze Zeit über (immerhin circa 2 km) nicht zu den vorderen Autos auf schloss, es aber sobald ich blinkte, furchtbar eilig hatte. In der Situation musste ich mich echt kurz zusammenreißen um nicht eine beleidigende Geste zurückzugeben (die Dame hatte mir einen Vogel gezeigt).

Freundliche Reaktionen kommen aber trotz allem auch vor. Vor ein paar Wochen wollte jemand auf meine Spur und hat wohl den Schulterblick vergessen, ich befand mich im toten Winkel. Ich bremste und hupte, er reagierte und blieb auf seiner Spur. Als ich vorbei fuhr, kurz einen Blick hinüber warf, wurde mir deutlich gemacht, dass es dem Fahrer Leid tat und er Besserung gelobe. Ich hatte sofort gute Laune. So könnte das doch öfter auf der Autobahn zugehen, oder?

Spannend ist auch, was LKW-Fahrer so während der Fahrt machen. Kaffee kochen ist Standard, Zeitung lesen auch. Ab und zu findet man jemanden mit Fernseher in der Kabine. Bin gespannt, wann ich den ersten entdecke, der sich die Zehennägel schneidet. Ich habe für diese Berufsgruppe allerdings für meine Verhältnisse wirklich viel Verständnis, weil sie einen Knochenjob machen müssen. Ungezählte Stunden auf dem Bock. Wenn es geht noch für den Chef das Fahrtenbuch fälschen, damit man länger fahren kann. Ein bescheidenes Gehalt. Ständig weg von der Familie. Ein Haufen Verantwortung und kaum Bewegung. Ich würde um nichts in der Welt mit denen tauschen wollen.

Auch auf der Landstraße kann es furchtbar sein. Das muss dann nicht unbedingt daran liegen, dass man einem LKW 60 Minuten hinterherfahren muss und sich keine Möglichkeit zum Überholen ergibt, sondern das schaffen auch ganz gut andere PKW-Fahrer. Besonders schlimm ist es auf Straßen, auf denen fest installierte Blitzer stehen. Das Schild zeigt maximal 100, der PKW-Fahrer fährt grundsätzlich 80 und bremst vor jedem Blitzer, als ob man geblitzt werden würde, wenn man deutlich zu langsam fährt… Da könnte ich wirklich regelmäßig ausrasten.

Trotz der vielen Schimpfe, muss ich zugeben, dass auch mir schon Fehler passiert sind, die nur dank der Aufmerksamkeit von anderen Fahrern nicht zu Unfällen geführt haben. Nicht oft, aber bei so vielen Kilometern, die ich in meinem Leben schon gefahren bin, kam es ab und an schon vor. Ich bin dann allerdings der letzte, der sein Fehlverhalten nicht einsieht und hab mich immer brav entschuldigt. Natürlich lediglich im Rahmen der Möglichkeiten, wenn man hinterm Steuer sitzt.

Zu guter Letzt frage ich mich, warum sich der deutsche Gesetzgeber kein Vorbild an seinen ausländischen Pendant nimmt. In vielen europäischen Staaten ist die Höchstgeschwindigkeit 130. Manchmal liegt sie noch geringer, aber ich erachte 130 als gute Höchstgeschwindigkeit. Die Folge sind: Weniger Unfälle, weniger Stau, weniger Benzinverbrauch, weniger Umweltbelastung, weniger Stress auf der Autobahn. Nachteile gibt es keine. Aber Gegenwehr. Der ADAC fordert regelmäßig „Freie Fahrt für freie Bürger“. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Was hat es bitte mit meiner Freiheit zu tun, wie schnell ich fahre? Tatsache ist, je schneller man fährt, desto mehr verliert man den Überblick über die Situation und ab einer gewissen Geschwindigkeit kann man überhaupt nicht mehr reagieren, wenn etwas Unverhofftes eintritt. Mit überhöhter Geschwindigkeit gefährdet man andere Personen an Leib und Leben. Überall ist das verboten, nur im Straßenverkehr politisch gewollt oder übersehen. Ich könnte jetzt noch Abschweifen auf den Lobbyismus im Benzin- und Autogeschäft, aber das überlasse ich besser anderen. Youtube hilft euch hier sehr witzige und treffende Statements zu finden.

Fahrt vorsichtig,

Euer Zero

A short_story

Als kleinen Einstieg in den Blog, gibt es heute eine winzige Geschichte, die sich neulich genauso zugetragen hat. Nichts wahnsinnig spannendes, aber doch ein bisschen lustig.

Es ist circa zwei Monate her, als sich folgendes ereignete: Ich sitze, wie mittlerweile üblich, im Büro und schreibe gerade an irgendeinem Sachverhalt, als das Telefon klingelt. Das ist nicht sonderlich ungewöhnlich, das macht das Telefon nämlich den ganzen Tag. Als ich auf das Display schaue um zu überprüfen wer anruft, erkenne ich da eine 01805-Nummer. Das macht mich dann schon ein klein wenig stutzig. Warum ruft mich so eine Nummer an? Was folgte lief dann so ab:

Ich melde mich ordnungsgemäß und absolut nach Vorschrift mit dem Namen der Behörde und anschließend meinem Nachnamen. Auf der Gegenseite höre ich erst gar nichts, dann irgendwelche weit entfernten Stimmen. Ich stutze eine halbe Sekunde und bin mir dann recht sicher, dass es sich wohl um ein Großraumbüro in einem Call-Center handelt. In Verbindung mit der 01805-Nummer wird mir das Gegenüber wohl gleich etwas verkaufen wollen. Aus dem privaten Bereich ist man solche Anrufe ja mittlerweile leider gewöhnt. Ich freue mich schon innerlich n bisschen, dass ich gleich etwas Spaß haben kann.

Als ich etwas in der Leitung schmatzen höre, frage ich höflich nach: „Hallo?“ Eine Dame am anderen Ende der Leitung flötet daraufhin fröhlich: „Hallo!“ Weiter ging es dann folgendermaßen:

Ich: *Nenne erneut den vollständigen Behördennamen und meinen Nachnamen*

Dame: Mit wem habe ich die Ehre?

Ich: *Wiederhole zum dritten Mal den kompletten Behördennamen und meinen Namen*

Dame: Oh, mhm, ach so… na dann hab ich mich wohl verwählt. Entschuldigung!

Ich: Macht doch nichts.

Ja. Denk ich mir. Behörde muss man sein, dann will einem auch keiner was andrehen. Ich überlege jetzt ernsthaft zukünftig immer irgendeine (Phantasie)-Behörde vor meinen Namen zu stellen. Am besten was langes. Vorschläge (z.B. in den Kommentaren oder auf Facebook) sind herzlich willkommen!

Zero

Sinnstiftendes Handeln stellt zufrieden

Es gibt viele Situationen, in denen wir Menschen uns selbstbestimmt verhalten. Dazu gehört es, Entscheidungen zu treffen, die eine flexible Anpassung an sich verändernde Bedingungen ermöglichen und infolgedessen Verhalten zu zeigen, das von der Gewohnheit abweicht. Im zweiten Abschnitt dieses Eintrags geht es um die positiven und negativen Konsequenzen der Beschäftigung mit einem sinnstiftenden Thema, veranschaulicht am Beispiel von Paul Watson, dem Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd Conservation Society. Abschließend werden diese Überlegungen in Bezug zur Themenwahl für diesen Teil des Blogs gebracht.

Ich beginne diesen Teil des Blogs mit einem Eintrag, der das Interesse an den darauffolgenden Texten wecken soll. Dazu möchte ich herleiten, aufgrund welcher Mechanismen und unter welchen Bedingungen es zufriedenstellend und damit naheliegend sein kann, sich mit den Themen zu beschäftigen, die ich für dieses Blog auswählen möchte. Die Inhalte, die hierfür in Frage kommen, setzen die Fähigkeit des selbstbestimmten Handelns voraus. Daher verdeutliche ich im folgenden Abschnitt, warum ich davon ausgehe, dass der Mensch diese Voraussetzung grundsätzlich erfüllt.

Selbstbestimmtes Handeln

In diesem Abschnitt gehe ich der Frage nach, ob der Mensch selbstbestimmt handeln kann, indem er eigene Entscheidungen trifft, die von bisherigen oder zu erwartenden Verhaltensweisen abweichen.

Halb Nordamerika hört in diesen Jahren die Musik von Justin Bieber. In Deutschland dagegen schafft es selbst dessen meistverkauftes Album nur auf Platz 7 in den Charts. Woran liegt das? Isoliert betrachtet sollte der Mechanismus der Konformität bewirken, dass sich deutsche Jugendliche analog zu ihren amerikanischen Pendants in einem völlig identischen Ausmaß für den Nachwuchsstar interessieren müssten. Sozialpsychologen verstehen unter diesem Fachbegriff, dass der Mensch sein Handeln daran ausrichtet, was seine Bezugsgruppe tut, also beispielsweise die Menschen in der direkten Umgebung oder Menschen, die man als sich ähnlich einordnet. Dieses Phänomen ist für verschiedene Situationen nachgewiesen, z.B. bewirken eingespielte Lachkonserven, dass Fernsehsendungen als witziger wahrgenommen werden1. Umgekehrt funktioniert es genauso: Wenn Forscher dafür sorgen, dass ein Stadtviertel chaotisch und unordentlich erscheint, indem sie beispielsweise die Wände gezielt mit Graffiti besprühen, dann verhalten sich die Bewohner dieses Viertels ebenfalls vergleichsweise unachtsam und nachlässig und werfen ihren Müll häufiger auf die Straße2. Die Quintessenz ist, dass uns Meinung und Verhalten unserer Mitmenschen unmittelbar beeinflussen.

Setzt man der Einfachheit halber voraus, dass deutschen Heranwachsenden die nordamerikanische Bevölkerung als Bezugsgruppe dient, dann kommt man zu der Vorhersage, dass Herr Bieber auch in Deutschland sehr erfolgreich sein müsste. Dass er es nicht ist, könnte daran liegen, dass wir Menschen sehr gut in der Lage dazu sind, unser eigenes Handeln zu überprüfen und zu steuern (Selbstregulation) – dazu gehört auch, welche Musik wir hören.

Im Laufe der Evolution des Menschen trug die fortschreitende Entwicklung des präfrontalen Cortexes wesentlich dazu bei, die vorteilhafte Fähigkeit der Handlungsplanung auszuweiten3. Bezogen auf das obige Beispiel muss eine mündige Person ihren individuellen Geschmack also keinesfalls grundsätzlich der Meinung einer Mehrheit unterwerfen. Stattdessen können wir berücksichtigen, was uns selbst gefällt. Bitte erlaubt mir, etwas abzuschweifen: Der präfrontale Cortex ist bidirektional mit dem limbischen System verbunden, das an der emotionalen Verarbeitung4 beispielsweise von Musik beteiligt ist. Er fungiert dabei als wichtige Kontrollinstanz im Rahmen unserer Selbststeuerung. Die individuelle Wahrnehmung von Biebers Musik (oder allgemeiner: die mit verschiedensten Vorstellungen verbundenen Gefühle) können deshalb bei der Planung zukünftiger Handlungen, wie dem Kauf von Musik-CDs, berücksichtigt werden.

Ein völlig anderes Beispiel ist die Nahrungsbeschaffung in der Jungsteinzeit. Zu dieser Zeit ernährten sich die Menschen durch Jagen und Sammeln. Dabei schwankte die Verfügbarkeit von wilden Tieren infolge klimatischer Veränderungen und als Resultat ihrer Bejagung. Das scheint einigen Menschen genügt zu haben, um von der gewohnten Methode der Nahrungsbeschaffung abzuweichen und neue Wege auszuprobieren: Man ging den Schritt zu Ackerbau und Tierhaltung. Für diese weitreichenden Änderungen war ebenfalls die Fähigkeit des Menschen, Entscheidungen treffen zu können, die eine bessere Anpassung an sich verändernde Bedingungen versprachen, maßgeblich.

Von dieser Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln, machen wir übrigens ständig und in den verschiedensten Situationen Gebrauch. Zum Beispiel als Reaktion auf Werbung: Es gilt als gut belegt, dass bereits die bloße Wiederholung der Konfrontation mit einem ehemals neutralen Gegenstand im Mittel zu einer positiveren Bewertung desselben führt5 (Mere-Exposure-Effekt). Wir können uns zum Glück gerade noch davor schützen, als Konsequenz der Empfänglichkeit für Werbung tagein tagaus Coca-Cola bei McDonald’s zu trinken, indem wir zusätzliche Informationen für die Steuerung unseres Verhaltens berücksichtigen. Wir können sogar in der Zukunft liegende Konsequenzen antizipieren und sie in die Handlungsplanung einbeziehen6, zum Beispiel Bauchschmerzen und Übelkeit.

Konsequenzen von Verhalten

Sobald wir uns geistig oder verhaltensmäßig mit irgendetwas beschäftigen, beispielsweise indem wir die Wettervorhersage in der Tageszeitung lesen, hat das Folgen: Zum einen erhalten wir Informationen, die sich später für die Wahl der passenden Bekleidung oder die optimierte Tagesplanung verwerten lassen. Zum anderen hat uns das Lesen Lebenszeit gekostet. Welche Konsequenzen die Auseinandersetzung mit einem Thema hat, lässt sich schwer verallgemeinern. Es kommt darauf an, womit man sich genau beschäftigt.

Ich betone diese unscheinbare Gegebenheit, weil sie für die Wahl der Themen relevant sein wird: Die Inhalte sollen danach selektiert werden, dass die durchschnittliche Zufriedenheit, die sich aus der Beschäftigung mit ihnen ergibt, möglichst hoch ist.

Sinnstiftend handeln macht zufrieden

Nachdem besprochen wurde, dass der Mensch selbstbestimmt handeln kann und dass jedes Verhalten Folgen nach sich zieht, möchte ich nun darstellen, warum wir diese Fähigkeit besonders gerne für sinnstiftende Tätigkeiten einsetzen. Dafür nenne ich zunächst einige bekannte Quellen von Zufriedenheit. Dann wird anhand eines Beispiels veranschaulicht, inwieweit es sich dabei um eine subjektiv-individuell erfüllende Tätigkeit handeln könnte. Zuletzt erörtere ich, weshalb ich diese als sinnstiftend bezeichne.

Was uns zufrieden stellt

Der materielle Wohlstand ist es wohl nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich erschienene Ausweitung bisheriger Analysen: Innerhalb von Staaten hängt die Entwicklung der Wirtschaft nicht mit der Veränderung von Lebenszufriedenheit zusammen7. Für eine Reihe von Bedingungen oder Konzepten ist ihre Wirkung, Zufriedenheit zu steigern, indes gut belegt. Dazu zählen funktionierende soziale Beziehungen8, die überdauernde Überzeugung, Herausforderungen meistern zu können9 (Selbstwirksamkeitserwartung), ein hohes Aktivitätsniveau10 und eine Steigerung des Selbstwerts11. Im Folgenden werden diese vier Quellen von Zufriedenheit an einem Beispiel veranschaulicht.

Beispiel: Steigern Paul Watsons Aktivitäten seine Zufriedenheit?

Paul Watson ist der Gründer der Sea Shepherd Conservation Society, einer Umweltschutzorganisation, die sich mit zum Teil umstrittenen, aber gewaltfreien und effektiven Methoden gegen den illegalen und rücksichtslosen Umgang mit der Tierwelt in den Weltmeeren einsetzt. Zurzeit ist die Organisation damit beschäftigt, im Mittelmeer den massiv überfischten Blauflossen-Thunfisch vor skrupellosen Wilderern und ihren geächteten Fangmethoden zu schützen. Im Folgenden werde ich mir zu Anschauungszwecken mögliche Konsequenzen ausdenken, die Watsons Tätigkeit auf seine Zufriedenheit haben könnte.

Vorteile

Soziale Beziehungen. Die Verfügbarkeit sozialer Beziehungen ist hoch. Watson ist weltberühmt. Viele Menschen interessieren sich für ihn. Zu seinen Anhängern zählen auch Prominente – vom Dalai Lama bis hin zu James Bond Darstellern. Es dürfte ihm daher vergleichsweise leicht fallen, neue soziale Beziehungen aufzubauen oder bestehende aufrecht zu erhalten. In Folge dessen kann er aus den verfügbaren sozialen Beziehungen die für ihn funktionalsten auswählen. Durch die inhaltliche Ausrichtung seiner Aktivitäten auf den Umweltschutz gerät er automatisch mit überdurchschnittlich gebildeten Menschen in Kontakt, die verglichen mit dem Durchschnitt weniger gewalttätige oder sonstige Verhaltensweisen zeigen, die als Ursache für dysfunktionale Beziehungen bekannt sind. Die Verfügbarkeit funktionaler sozialer Beziehungen würde ich also als hervorragend einstufen.

Selbstwirksamkeitserwartung. Watsons Tätigkeit ist fortwährend mit der Erfahrung verbunden, als Konsequenz eigener Kompetenzen erwünschte Ergebnisse herbeiführen zu können – jeden Erfolg seiner Organisation kann Watson auf seine Fähigkeit zurückführen, diese Organisation aufgebaut haben zu können. Die Voraussetzungen für eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung betrachte ich als vollständig gegeben.

Aktivitätsniveau. Der Kapitän ist bei zahlreichen Einsätzen selbst mit dabei. Zudem bereist er die Welt und hält Vorträge. Ich unterstelle ihm ein erhebliches Aktivitätsniveau.

Selbstwert. Der wesentliche Zweck von Captain Paul Watsons Handeln, der Schutz der Umwelt, hat einen enormen Stellenwert für ihn. Er engagiert sich also in dem Bereich, den er für besonders wichtig hält. Zudem werden seine Aktivitäten auch von Außenstehenden als bedeutsam eingeschätzt. Der Gedanke, etwas Gutes und Sinnvolles zu tun, liegt damit vergleichsweise nahe. Diese Umstände dürften einem positiven Selbstwert zuträglich sein.

Nachteile

Soziale Beziehungen. Einige von Watsons Standpunkten und Praktiken werden als extrem wahrgenommen (Quellen). An diesen Punkten stößt der Captain auf zwischenmenschlichen Widerstand. Es kann zu Auseinandersetzungen kommen, die im Extremfall in der Auflösung funktionierender Beziehungen resultieren können. Ein Beispiel dafür ist Watsons Kontroverse mit Greenpeace.

Selbstwirksamkeitserwartung. Der entgegenstehende Zustand zur Selbstwirksamkeitserwartung, die sogenannte erlernte Hilflosigkeit, könnte auftreten, wenn sich Watson den absoluten und damit unerreichbaren Zwang auferlegen würde, jegliches Unrecht gegenüber den Meeresbewohnern im speziellen und der Natur im allgemeinen verhindern zu müssen. Die dann resultierende Erfahrung von Hilf- und Machtlosigkeit lässt sich mit Depressivität in Zusammenhang bringen.

Traumatische Erfahrungen. Zu Watsons Erlebnissen zählt der direkte Kontakt mit den Menschen, deren Aktivitäten unterbunden werden sollen. Anfeindungen und unangenehme soziale Interaktionen mit dem Gegner sind denkbar und können Zufriedenheit reduzieren.

Gesundheitliche Risiken. Nach eigenen Angaben wurde Watson im Jahr 2008 während eines Konflikts mit japanischen Walfängern von einer Kugel in die Brust getroffen. Das Geschoss wurde durch eine Kevlarweste gestoppt. Das gesundheitliche Risiko seines Handelns ist beträchtlich.

Rechtliche Auseinanderseitzungen. Watsons Aktionen bewegen sich regelmäßig an der Grenze der Legalität, dadurch setzt er sich dem Risiko aus, verklagt und verhaftet zu werden, wie es jetzt gerade der Fall ist.

Zeiteinsatz. Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass Watson bei einem alternativen Lebensentwurf ungeachtet der positiven externen Effekte seiner aktuellen Tätigkeit mehr Zufriedenheit erfahren hätte.

Einflussfaktoren und Gestaltungsmöglichkeiten

Captain Paul Watson kann viel unternehmen, um die aus seiner Tätigkeit resultierende Zufriedenheit zu maximieren. Um Frustration vorzubeugen, sollte er sich idealerweise realistische Teilziele setzen, die sich auf konkrete Aktivitäten beziehen und nicht absolut formuliert sind. Für den Umgang mit Misserfolgen ist ein externaler Attributionsstil vorteilhaft, bei dem man die Ursache von Rückschlägen nicht in der eigenen Person sieht, sondern in den Umständen, unter denen es zu dem unerwünschten Resultat kam. Thematisch dürfte es Watsons Zufriedenheit zuträglich wirken, wenn er sich vorwiegend mit Themen beschäftigt, aus denen konkrete Handlungsoptionen hervorgehen können, deren Umsetzung Aussicht auf Erfolg verspricht. Nicht zuletzt erscheint mir eine risikoabwägende Planung, einschließlich gesundheitlicher und rechtlicher Schutzmaßnahmen, als vorteilhaft.

Fazit

Um die Frage zu beantworten, ob Paul Watson seine sinnstiftende Tätigkeit gerne ausführt, müsste man ihn an dieser Stelle zu den einzelnen Punkten befragen und eine individuelle Gewichtung der genannten und der ungenannten Vor- und Nachteile seiner Tätigkeiten vornehmen. In einem Interview sagt er, dass seine Organisation auch ohne ihn funktionieren würde. Damit kann zumindest der bloße Wille, die Organisation aufrecht zu erhalten, nicht der einzige Grund für Watsons fortlaufendes Engagement sein.

Warum Paul Watsons Tätigkeit sinnstiftend ist

Meine Definition von sinnstiftend ist die Eigenschaft einer Handlung, einen Zweck zu erfüllen, der unter Berücksichtigung von Grundwerten als hilfreich erscheint. Ich bin mir darüber bewusst, dass es sich dabei aufgrund von Standortgebundenheit nur um eine vermutete Annäherung handeln kann. Zu solchen Grundwerten zähle ich die Vermeidung von Gewalt, Leid und jeglichen Verhaltensweisen, die zukünftige Not zur Folge haben. Was die Umwelt betrifft, zählt es für mich zu den Grundwerten, ganz besonders das aktive und vermeidbare Herbeiführen solcher Veränderungen zu unterlassen, deren fundierte Legitimation schwer fällt. Falls es übrigens für das subjektiv-individuelle Leben gar keinen Sinn geben sollte, erscheint mir diese Definition ebenfalls als hilfreiches Angebot.

Die Auswahl an Handlungsmöglichkeiten, denen ich einen sinnstiftenden Charakter zuschreibe, ist groß. Ihnen ist gemeinsam, dass sie unter Berücksichtigung einiger Empfehlungen zu einer beachtlichen Erhöhung von Zufriedenheit beitragen können – kurzfristig und langfristig. Grundsätzlich ist ein valider Indikator einer sinnstiftenden Aktivität, dass ihre anzunehmenden externen Effekte positiv sind.

Das sinnstiftende Merkmal ist bei Watsons Tätigkeiten erfüllt: Der wesentliche Inhalt seines Handelns liegt darin, zu verhindern, dass Meeresbewohnern Gewalt und Leid zugefügt wird. Sein Anliegen ist es, das Leben der Weltmeere nicht auszubeuten und bedrohte Arten vor dem Aussterben zu schützen. Er ist also zudem darum bemüht, das aktive und vermeidbare Herbeiführen solcher Aktivitäten zu unterlassen, die ohne fundierte Legitimation erfolgen und zu einer irreversiblen Veränderung führen.

Jeder kann sinnstiftend handeln. Man muss sich weder für einen guten Menschen halten noch ist eine altruistische Grundhaltung notwendig. In meinen Augen kann man sich auch dann getrost sinnstiftend verhalten, wenn das einzige Ziel ist, dadurch die eigene Zufriedenheit zu erhöhen.

Implikation für dieses Blog

Für diesen Teil des Blogs werde ich Themen auswählen, die ich das Potenzial unterstelle, besonders viel Zufriedenheit zu verbreiten, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Dabei werde ich pädagogisch-psychologische Prinzipien berücksichtigen, sofern sie mir bekannt sind: Alles kann, nichts muss. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der Wissen ausgewählt, aufbereitet und angeboten werden muss, damit es verwertet werden kann. Dazu möchte ich etwas beitragen, auch wenn es nur ein klitzekleines Bisschen ist. Bitte erwartet in diesem Teil des Blogs kein wissenschaftliches Niveau, das kann ich hier nicht leisten. Es soll aber durchaus in die Richtung gehen, dass Aussagen belegbar sind, Standpunkte begründet werden und ein schlüssiger Aufbau angestrebt wird. An jeglichen Rückmeldungen, gerne auch in Anlehnung an das Prinzip des Peer-Review, bin ich sehr interessiert.

Ich bedanke mich herzlich fürs Lesen und wünsche viel Vorfreude auf alle folgenden Einträge!

Literaturverzeichnis

  1. Smyth, M. M. & Fuller, R. G. Effects of group laughter on responses to humorous material. Psychological Reports 30, 132–134 (1972).
  2. Keizer, K., Lindenberg, S. & Steg, L. The Spreading of Disorder. Science 322, 1681–1685 (2008).
  3. Smaers, J. B., Steele, J., Case, C. R., Cowper, A., Amunts, K. & Zilles, K. Primate Prefrontal Cortex Evolution: Human Brains Are the Extreme of a Lateralized Ape Trend. Brain, Behavior and Evolution 77, 67–78 (2011).
  4. Davidson, R. J., Putnam, K. M. & Larson, C. L. Dysfunction in the Neural Circuitry of Emotion Regulation—A Possible Prelude to Violence. Science 289, 591–594 (2000).
  5. Moreland, R. L. & Topolinski, S. The Mere Exposure Phenomenon: A Lingering Melody by Robert Zajonc. Emotion Review 2, 329–339 (2010).
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  8. Froh, J. J., Fives, C. J., Fuller, J. R., Jacofsky, M. D., Terjesen, M. D. & Yurkewicz, C. Interpersonal relationships and irrationality as predictors of life satisfaction. Journal of Positive Psychology 2, 29–39 (2007).
  9. Bandura, A. Self-Efficacy: Toward a Unifying Theory of Behavioral Change. Psychological Review 84, 191–215 (1977).
  10. Mata, J., Thompson, R. J., Jaeggi, S. M., Buschkuehl, M., Jonides, J. & Gotlib, I. H. Walk on the Bright Side: Physical Activity and Affect in Major Depressive Disorder. Journal of Abnormal Psychology Advance online publication (2011).
  11. Orth, U., Robins, R. W. & Widaman, K. F. Life-Span Development of Self-Esteem and Its Effects on Important Life Outcomes. Journal of Personality and Social Psychology Advance online publication (2011).

Über uns

Chris und Zero haben sich damals, vor langer langer Weile, im studiVZ kennengelernt, über eine ehemals sehr große und bedeutende Gruppe namens „The Texas Holdem Poker Group“. Früher – also in der Zeit, als das studiVZ noch hip war. Aufgrund anhaltender Beschwerden einiger Nutzer wurde die Gruppe irgendwann unvermittelt (nach circa zwanzig Warnungen) durch die studiVZ-Stasi stillgelegt. Achtzehntausend Menschen waren betroffen. Okay, sagen wir: fünfzig Menschen wussten nicht mehr, was sie den ganzen Tag machen sollten – den Rest hat es vermutlich wenig interessiert oder es ist gar nicht erst aufgefallen.

Dies spielt auch eigentlich gar keine große Rolle für den Fortgang der Geschichte. Damals, noch in der Bestandszeit der Gruppe, gründete sich auch eine Mannschaft, oder mehr ein relativ loser Zusammenschluss von Freunden des Kartenspiels – die legendäre TTHPG. Chris und Zero gehörten dieser Gruppe an. In Wettkämpfen holte man Titel und lernte sich schließlich in Frankfurt am Main beim ersten Gruppentreffen kennen. Es folgten weitere Erfolge und weitere Treffen in verschiedenen europäischen Städten. Das gemeinsame Interesse am Kartenspiel rückte mehr und mehr in den Hintergrund.

Zero hatte jahrelang an verschiedenen Pokerblogs (mit)geschrieben und vermisste das Bloggen, nachdem er das semiprofessionelle Kartenspiel aus diversen Gründen an den Nagel hing. Chris brachte dann im Rahmen des letzten Gruppentreffens in Prag die Idee ein, zusammen ein Blog aufzusetzen und Zero konnte sich schnell dafür erwärmen. Die unterschiedlichen Backgrounds, die beide mitbrachten, versprachen ein interessantes, buntes Wirrwarr aus Hingerotzten-Samstag-Nacht-Hass-Einträgen und wissenschaftlich fundierten, gut recherchierten Semi-Doktorarbeiten zu werden. Das ist der Punkt, an dem dieses Blog ansetzt.

Im folgenden Abschnitt werden wir uns kurz jeder einzeln darüber auslassen, wie unsere Ziele für das Blog aussehen, was wir vorhaben und warum wir gerade diese Form wählen.

Chris

Mein Ziel ist es, zu wenigen und nach transparenten Kriterien selektierten Fragestellungen Texte anzubieten, die vergleichsweise ausgewogen recherchiert sind. Tag für Tag sind viele Menschen mit einer großen Menge an Informationen konfrontiert. Ich nehme mir vor, eine begründete Auswahl daraus zu treffen und diese so aufzubereiten, dass sie zum einen gut mit bisher vorhandenem Vorwissen integriert werden kann und zum anderen motivierend wirkt, indem der Wissensaustausch mit Handlungsmöglichkeiten verbunden wird. Ich möchte über Themen schreiben, die so lebendig sind, dass es Freude bereitet, ihre mögliche Wirkung auf den menschlichen Alltag oder auf andere wichtige Betrachtungsgegenstände genauer unter die Lupe zu nehmen.

Es soll um Inhalte gehen, mit denen sich auch verschiedene Wissenschaftsdisziplinen beschäftigen. Ich interessiere mich momentan besonders für die Überschneidungen beispielsweise zwischen den Fachgebieten Psychologie, Medizin, Wirtschaft und Biologie und den sich ergebenden individuellen, gesellschaftlichen und politischen Implikationen. Aber genauso können auch alle nicht genannten Disziplinen abhängig von der Fragestellung eine zentrale Rolle in diesem Teil des Blogs einnehmen. Ein Beispiel aus der Wirtschaft mit politischer Implikation, das mich schon länger beschäftigt, sind die Wirkungen von EU-Subventionen zum Beispiel für Milchbauern auf Klima und Natur, auf die Gesundheit des Menschen und auf den Weltmarktpreis mit den damit verbundenen Konsequenzen, die sich etwa am Beispiel kubanischer Milchbauern veranschaulichen lassen. Auf Texte mit politischer Implikation folgen idealerweise der Austausch mit Politikern und weitere Schritte, um diesen Teil des Blogs eng mit konkreten Handlungsoptionen zu verknüpfen.

Ich finde es wichtig, funktionale Zusammenhänge zwischen verschiedenen Phänomenen verständlich darzustellen. Ich möchte Wert darauf legen, unbedingt auch die jeweiligen Vorteile einer umstrittenen aktuellen Situation zu berücksichtigen (z.B. von Subventionen), um verschiedene Interessenlagen aufzuzeigen und daraus sensible und ausgewogene statt radikaler Lösungsvorschläge ableiten zu können.

Für das Gelingen dieses Teils sehe ich die Qualität der verwendeten Informationen als ein wesentliches Kriterium. Für Basiswissen werde ich aufgrund der möglichen Vielfalt an Themen häufig von Wikipedia ausgehen. Um spezifische Fragen präzise zu beantworten, werde ich nach Möglichkeit auf Primärliteratur aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften zurückgreifen. In jedem Fall wünsche ich mir differenzierte Kommentare und Anregungen und hoffe inständig, diesen optimistischen Plan Hand in Hand mit den Lesern Schritt für Schritt in die Tat umsetzen zu können.

Zero

Anders als Chris schreibe ich nur aus Selbstsucht. Wie er, bin ich zwar ein Weltverbesserer, aber eben kein sonderlich guter Mensch. Meine Gedanken sind immer am Idealzustand, mein Handeln irgendwo zwischen Arsch und Friedrich. Es macht mich einfach verrückt, wenn ich mir nicht alles, was mich politisch und menschlich bedrückt oder von mir unverstanden bleibt, von der Seele schreiben kann. Natürlich könnte ich auch Tagebuch schreiben, aber das habe ich als Kind und Jugendlicher schon abgelehnt, weil kein Mensch ein Tagebuch liest, wenn der Autor nicht gerade Anne Frank hieß. Ein Tagebuch soll ja auch meist keiner lesen, weil es die geheimsten Gedanken und Gefühle des Schreibers beinhaltet. Dabei stellt sich die Frage: Warum macht man sich dann die Mühe und schreibt es? Und: Warum verbrennt man es nicht direkt anschließend, wenn man es sich lediglich aus dem Körper schreiben wollte? Will man im Prinzip nicht doch, dass irgendjemand es liest? Ich persönlich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als etwas zu schreiben, was dann nicht gelesen wird. Ich tippe mir die Hände wund und keine Sau interessiert es. Keine schöne Vorstellung.

Der geneigte Leser wird außerdem feststellen, dass gefühlte 80% meiner Sätze mit dem Wort „ich“ beginnen. Dies ist ein mir bekanntes Problem, an dem ich arbeite. Jedoch bin ICH einfach so eine Egosau, dass es mir immer wieder passiert. Ich (seht ihr was ich meine? Hier könnte auch stehen: „Bitte entschuldigt diesen Umstand.“) bitte dies zu entschuldigen.

Das Niveau meiner Beiträge wird mitunter schwanken, da es vorkommt, dass ich in Schreibwut einfach Einträge rausknalle, ohne dies großartig zu reflektieren. Nicht, dass die anderen Beiträge gut wären, aber halt nicht so übel oder zumindest halbwegs sprachlich in Ordnung. Der aktuelle Beitrag hier geht schon sehr in die hingerotzte Richtung. Oft werde ich auch Einträge im Nachhinein verbessern. Ich gelobe zu versuchen, dies transparent zu tun, da es sich so gehört. Fäkalsprache wird mitunter vorkommen. Eventuell kommt diese Warnung zu spät. Kinder und Jugendliche sollten spätestens jetzt aufhören zu lesen. Juristische Fachsprache nur wenn es mich überkommt. Politische Korrektheit wird nur in den bedeutungsvolleren, länger recherchierten und ausgewogenen Texten die Norm sein. In den schnell entstandenen Beiträgen werde ich Anne Frank schon mal als Autor, statt als Autorin bezeichnen.

Nun denn, ich finde ich bin vom Thema abgekommen. Ein wichtiger Grund zu bloggen wird von Sascha Lobo in seinem SPON-Beitrag „Euer Internet ist nur geborgt“  sehr gut beschrieben. Lobo überzeugt (mich) mit seiner Argumentation und legt transparent dar, dass er ein „indirektes wirtschaftliches Interesse an einer florierenden Bloglandschaft“ haben könnte. Er bleibt dabei wohlgemerkt im Konjunktiv.

Meine Beiträge werden ähnlich Themen anschneiden, wie die von Chris. Allerdings wird sich unsere Herangehensweise häufig stark unterscheiden. Auch möchte ich mich nicht festlegen, wie die nächsten Einträge aussehen werden. Weil ich es noch nicht weiß. Dennoch kann ich einen kleinen Ausblick geben auf die Dinge, die da kommen werden: Es wird um tagespolitische Themen gehen (natürlich), ich werde mich mit christlichem Fundamentalismus beschäftigen (hauptsächlich in dem ich mich darüber lustig mache), mehr oder minder lustige Storys aus dem Alltag werden niedergeschrieben werden. Alles was mich aufregt, kommt in das Blog! Oder in den Blog. Auf jeden Fall irgendwo rein. Auf dass die nächsten Beiträge besser werden. Gebe mir Mühe.

From Sarah with Love!

Euer Zero

Edit 01.07.2012

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