Gründe für den Kirchenaustritt (1)

Prolog

Heute morgen weckten mich um halb 9 Uhr ein 30(!)minütiges Glockengebimmel. War die Idee für diesen Text doch schon lange in meinem Kopf, war der Anlass jetzt da.
Zuerst soll klar sein, dass es mir hierbei um die christlichen Kirchen geht. Ich unterscheide in der Argumentation nicht zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Mir ist bewusst, dass es deutliche Unterschiede gibt. Mir ist bewusst, dass manche Argumente auf eine Seite nicht zutreffen. Als Agnostiker unterscheide ich jedoch nicht groß in Protestanten und Katholiken. Es macht für mich keinen großen Unterschied, wer sich warum von wem betrügen lässt. Fest steht, man wird betrogen. Damit dieser Umstand beendet werden kann, liefere ich euch ab heute insgesamt

10 Gründe für den Kirchenaustritt

Bad Religion

Say no, no, no.

1. Keine Kirchensteuer

Dieser Punkt erklärt sich von allein. Selbst Menschen, denen es weniger um Moral und Anstand geht, sollten mit diesem Argument für einen Kirchenaustritt etwas anfangen können. Ein paar kleine Beispielrechnungen:

Ein Beamter in Nordrhein-Westfalen in der Gehaltsgruppe A12 (dies entspricht der zweithöchsten Gruppe im gehobenen Dienst), Stufe 5, zahlt im laufenden Kalenderjahr sage und schreibe 681,72 € Kirchensteuer. Was er sich damit kaufen könnte, kann sich jeder selbst ausmalen.

Ein Angestellter im öffentlichen Dienst in Bayern mit der Gehaltsgruppe E8 (entspricht mittlerem Dienst), Stufe 4, zahlt immer noch 348,48 € im Jahr.

Ein Selbstständiger oder ein Angestellter im mittleren Management mit einem Bruttogehalt von 4.000 € im Monat zahlt im Jahr über 800 € Kirchensteuer.

Was denkt ihr, wird mit dem Geld getan? Man kann dies mittlerweile bei den Kirchen online nachlesen. Kurz zusammengefasst: 90% fließen in den Selbsterhalt der Kirche (Personal, Verwaltung, Baumaßnahmen), 10% in karitative Zwecke, wie Bildung und soziale Arbeit. Ein Teil davon fließt also wirklich in sinnvolle Projekte. Ihr habt allerdings immer noch die Möglichkeit am Ende des Jahres das gesparte Geld als Spende abzugeben. Auch in Kirchenprojekte und sogar ohne Kirchenmitglied zu sein. Spendet also an die Aktion/Organisation/das Projekt EURER Wahl. Soviel Individualismus wird doch drin sein.

2. Glaubst du wirklich an Gott?

Jeder sollte ehrlich zu sich selbst sein und sich die Frage beantworten: „Glaube ich an Gott?“.
Diese Frage sollte nicht in einem kurz überlegten „Ja“ oder „Nein“ münden. Wir leben in einer aufgeklärten Welt. Wir wissen, wie die Erde entstand, unsere Wissenschaftler (allen voran Charles Darwin) haben zweifelsfrei nachgewiesen, dass eine Evolution aller Tierarten und auch des Menschen stattfand. Was am Ende der Evolution steht, wissen wir zweifelsfrei nicht. Wir werden es auch nicht erfahren. Und da sind wir auch schon bei einem entscheidenden Punkt: Kann der Einzelne, kannst DU damit umgehen, dass du nicht alles wissen kannst/wirst? Wenn du damit nicht leben kannst, ist ein Glaube an eine übernatürliche Kraft nur allzu logisch. Ist diese Kraft Gott?
Der Christ sagt: „Ja“ oder „Ja, aber…“
Der Atheist sagt: „Nein“ oder „Nein, aber…“
Als Agnostiker kann ich lediglich für mich selbst die Antwort geben: „Woher soll ich das wissen?“ Mein Horizont ist beschränkt. Eurer auch. Wer etwas anderes behauptet, lügt. Dies ist keine dreiste Unterstellung meinerseits, sondern eine Tatsache, eine logische Konsequenz der Dinge, die beobachtbar sind.
Wenn du die Frage für dich selbst mit „ja“ beantwortet hast, stelle dir weitere Fragen:
Glaubst du an die Hölle?
Ist dein Gott rachsüchtig, wie in der Bibel? Oder milde, wie in der Kinderbibel?
Lebt Gott? Und wenn ja, wo? Im Himmel? Im Weltall? In dir selbst? In jedem von uns?
Wenn du zu der Einsicht kommst, er wohnt in jedem von uns bzw. in dir selbst, dann ist das nicht Gott, sondern deine eigene Moralvorstellung. Und das ist gut so. Jeder hat ein Moral. Er muss sie nur gebrauchen. Religionen werden mit der Mündigkeit eines Menschen obsolet.
Auch eine interessante Frage: Ist Gott Antisemit? Wenn man an Babylon denkt, an Hiob und an Moses, ist der Gedanke nicht weit weg.

Morgen folgen die Gründe 3 (Unterdrückung) und 4 (Intoleranz).

Bigger than Jesus – Zero

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2 Kommentare zu “Gründe für den Kirchenaustritt (1)

  1. Zero, du bist mein Freund und ich mag dich sehr, aber mir diesem Text überschreitest du Grenzen. Glaube ist komplex und persönlich. Alle die glauben, denken nur das sie glauben, weil sie nicht wissen, dass es nur die eigene Moral ist? Das kann unmöglich dein ernst sein. Das ist auf so vielen Ebenen falsch und ignorant, dass es ein toleranter und intelligenter Kerl, wie du einer bist, unmöglich ernst meinen kann. Religionen werden mit der Mündigkeit des Menschen obsolet? Mündige Menschen können sich dafür entscheiden zu glauben. Und in dieser aufgeklärten Welt von der du sprichst, hat jeder das Recht zu glauben ohne dafür in irgendeiner Weise angegriffen oder benachteiligt zu werden. Ich verstehe, dass du mit der Institution Kirche Schwierigkeiten hast. Die habe ich auch. Aber gegen den Glaube zu argumentieren steht dir einfach nicht zu.

    • Ich bin mir nicht sicher, ob du meinen Text richtig verstanden/interpretiert hast.
      Um Glaube geht es hier gar nicht so stark. Glaube ist nicht gleich Kirche. Die Glaubensfrage ist nur eine von vielen. Diese sollte sich jeder Mensch stellen. Die Antworten, die er findet, sind zweifelsfrei andere als ich finde oder du oder Horst Müller aus Kleinklaumersdorf. Ich den weiteren Episoden wird mein eigentliches Anliegen vermutlich deutlicher werden.

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