Wie steht es um den Alkohol?

Neulich Nacht, es war an einem Samstag, ergab es sich, dass aus einem kleineren Gelage und ein paar Spielchen eine ernste Diskussion entstand. Wir sprachen lange und ausgiebig über unsere Trinkgewohnheiten und stellten fest, dass mehr oder weniger jeder von uns relativ häufig oder/und relativ viel trank. Jeder in der Runde rekapitulierte für sich selbst, wie oft er zu Alkohol griff und wir dachten darüber nach, wie stark wir wohl gefährdet seinen in eine Alkoholabhängigkeit zu geraten, falls unser Leben aus den Fugen geraten sollte (wenn es das nicht schon ist).

Aus dieser Diskussion heraus entstand für mich persönlich die Idee einen Monat lang komplett auf Alkohol zu verzichten und Buch darüber zu führen, wann, wie, durch wen und warum ich in Versuchung gekommen bin Alkohol zu trinken.

Tannenzäpfle

Gibt es für den Autor im Juni nicht.

Ich werde versuchen damit meine These zu belegen, dass Alkohol nicht nur gesellschaftlich sehr anerkannt, sondern fast gesellschaftlich verordnet ist. Im Gegensatz zum Gebrauch von anderen Drogen, wird meines Erachtens nach Alkohol als etwas Positives empfunden. Selbst Zigaretten, die jahrzehntelang als angesagt/hip/cool/in/pfundig/fesch galten, werden mittlerweile von der Mehrheit der Gesellschaft abgelehnt. Bei Alkohol gibt es diesen Trend nicht, jedenfalls kann ich ihn nicht beobachten. Das dies so ist und warum dies so ist, werde ich im nächsten Monat zu ergründen versuchen.

Da der Juni fünf komplette Wochenenden beinhaltet und ganz viele Weinfeste in der Gegend sein werden, wird es wohl besonders schwer immer „Nein“ zu sagen.

Da mir außerdem auffiel, dass ich in letzter Zeit ungesund oft auf Fast Food* zurückgreife (wie in einer Zeit, die ich eigentlich überwunden glaubte), werde ich im Juni ebenfalls in dieser Hinsicht kompletten Verzicht üben und darüber berichten. Wobei ich nicht glaube, dass dies eine besondere Herausforderung darstellt.

Die gesamte Aktion könnte man leicht mit einem „Fastenmonat“ verwechseln, diese Bedeutung hat das Projekt für mich aber auf gar keinen Fall. Mir geht es nicht um seelische oder körperliche Reinigung oder Selbstgeißelung durch Verzicht. Mich interessieren die Wahrnehmungen und Entgegnungen meiner persönlichen Umwelt. Ich möchte wissen, wie allgemein oder im Besonderen darauf reagiert wird, wenn ich Verzicht übe. Wird es überhaupt wahr genommen? Wird jemand versuchen micht zu Überreden oder wird besonders viel nachgefragt?

Meine Erlebnisse werde ich in einer Art „Tagebuch“ zusammengefassen. Der erste Beitrag wird am 1. Juni auf dieser Seite zu finden sein.

Bald komplett trocken gelegt

Zero

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Kurbeln wir die Wirtschaft an

Bevor ich Geld ausgebe, frage ich mich manchmal, ob ich das wirklich tun sollte. Eine Begründung fürs Geldausgeben ist leicht gefunden. Wir steigern so das Bruttosozialprodukt. Hervorragend! Wenn man jetzt nur noch wüsste, welcher Teil der Wirtschaft eigentlich angekurbelt werden soll.

Was steckt überhaupt hinter dieser Idee? Wenn sich ein Hausbesitzer entscheidet, das eigene Dach mit Solarzellen vollzupflastern, kann der Hersteller der Panele einen Teil des Kaufpreises nehmen, um seine Entwicklungskosten zu decken. Super! Allen ist geholfen. Genauso wenn irgendwo ein spezielles Restaurant eröffnet, von dessen Konzept man überzeugt ist, z.B. weil es gut schmeckt oder besonders nachhaltig ist. Dort Geld auszugeben, unterstützt den Betrieb dabei, sein Angebot aufrechtzuerhalten. Klasse! Es gäbe keine ausgereiften Panele oder hervorragenden Restaurants, wenn keiner bereit wäre, dafür zu bezahlen.

Aber was ist, wenn sich Jugendliche in der Disko den dritten Wodka-Redbull zum Kurs von 8,50 Euro reinziehen? Mit dem Geld wird wenig entwickelt oder Überdauerndes geschaffen. Stattdessen gibt es noch unerwünschte Nebeneffekte. Die Arbeitsplätze in der Branche sind vergleichsweise ungesund, weil es körperliche Nachtarbeit ist, Gewalt kommt vor, über Erbrochenes freut sich die Stadtreinigung weniger. Polizei und medizinische Versorgung werden genutzt.

Der Trip mit Ryanair und das Menü bei McDonalds stellen sich leider auch nicht als hilfreiche Maßnahmen heraus. Vom Flugpreis geht ein zu großer Anteil für Treibstoff drauf. Das Geld ist quasi verbrannt, sobald die Ressource verbraucht wird. Zwar hat es in Wirklichkeit nur jemand anders, aber wenn das ein Ölscheich in Dubai ist, ist das Ziel trotzdem verfehlt. Die Erträge der McDonalds Filiale fließen im Wesentlichen an die Aktionäre. Das sind sicher nette Personen oder attraktive Institutionen, aber ein Laster teilen alle – sie maximieren mit Vorliebe den eigenen Nutzen. Wer wirklich die Wirtschaft ankurbeln möchte, lässt sein Geld besser woanders.

Wo wäre das? Wenn wir berücksichtigen, ob die Mitarbeiter gut behandelt werden oder schonend mit begrenzten Ressourcen umgegangen wird, ist schon viel gewonnen. Dieser Gedanke ist aber nicht neu und nicht, worauf ich hinaus will.

Seltener hört man den Vorschlag, Unternehmen zu bevorzugen, die eine gegebene Menge an Erträgen mit weniger menschlicher Arbeitskraft erzielen, zumindest nicht von Befürwortern des linken politischen Spektrums.  Dabei liegt der Gedanke näher, als es scheinen mag! Gelingt es durch Automatisierung oder Skaleneffekte, dasselbe Produkt mit weniger personengebundenem Zeitaufwand zu erzielen, dann ist das tatsächlich ein wesentlicher Fortschritt. Nicht, damit die Hälfte von uns arbeitslos wird. Es ist nur so: Im Moment bewerten wir den Kaufpreis eines Produkts oder einer Dienstleistung fast immer in Geldeinheiten. Was wir aber eigentlich wollen, ist nicht ein Produkt, das wenig Euro kostet, sondern eines, das wenig menschlichen Zeitaufwand verursacht. Warum? In einer Welt, in der Unterschiede in den Gehältern und der Verteilung des Kapitals kleiner wäre, ist Arbeitszeit die eigentlich wichtige Bezugsgröße! Im Moment ist es Normalzustand, dass für jeden wohlhabenden Menschen mehrere Ärmere Überstunden machen müssen, um dessen Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir die menschliche Arbeitszeit im Auge behalten – egal wie billig sie in manchen Ländern auch sein mag – können wir das ändern!

Geben wir unser Geld also bevorzugt solchen Unternehmen, die menschliche Arbeitskraft bedacht einsetzen. Ich finde, das dürfen auch große Unternehmen sein, weil diese oftmals dieselbe Menge an Produkten oder Dienstleistungen mit weniger Aufwand erzeugen können. Natürlich nur, wenn sie diesen Vorteil in angemessenem Umfang an Mitarbeiter und Kunden weitergeben. So kurbeln wir den Teil der Wirtschaft an, der weiter bestehen soll.

Es grüßt
Chris

Gründe für den Kirchenaustritt (5)

Wie versprochen, der zehnte Grund für einen baldigen Austritt:

10. Die Bibel ist ein wirklich schlecht geschriebenes Buch.

under 18?

Amen

Es gibt definitiv noch etliche Gründe mehr für einen Austritt aus jeglicher Kirche. Ich begnüge mich diesmal mit zehn. In den Kommentaren dürft ihr gern welche posten.

Hier gibt es Informationen über den Kirchenaustritt in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Viel Spaß

Zero

Gründe für den Kirchenaustritt (4)

Heute also wie versprochen, 3 weitere Gründe.

7. Der Reichtum der Kirche begründet sich auf Blutgeld.

Die Kirche ist reich. Stinkreich. Immernoch. Daran ändert auch der neue Papst Franziskus einfach mal gar nichts. Ein schönen Artikel dazu, findet man hier.

Der heutige Reichtum der Kirche gründet sich auf dem alten Reichtum der Kirche und den Einnahmen aus der Kirchensteuer und anderen Steuern/Gebühren/Spenden. Der alte Reichtum der Kirche ist vor allem Blutgeld zu verdanken. Durch Enteignungen in fast allen Jahrhunderten (besonders der jüdischen Bevölkerung). Durch die Kreuzzüge im Mittelalter. Durch Fürsten-Geschenke und Ablasshandel im Spätmittelalter. Hexenjagden und Inquisition muss ich nicht noch extra erwähnen. An eurem Geld klebt das Blut ganzer Generationen. Das Blut von Millionen von Menschen.

8. Die Kirche verleugnet noch immer die Evolution, die Kirche ist rückwärts gerichtet, sie stellt dabei aber andere an den Pranger. Die Kirche verbietet noch immer Verhütung und freie körperliche Liebe.

Ganz aktuell gibt es wieder einen recht spektakulären Fall von Evolutionsverleugnung in einer privaten Grundschule in den USA (wo sonst…).
Das stellt nur ein Beispiel dar, es ist aber bei weitem nicht das einzige. Auch in Deutschland wird zum Teil die Evolution noch als „Theorie“ verstanden und gelehrt.

Your own personal jesus

9. Einen säkularen Staat gibt es erst, wenn der Kirche der Nährboden entzogen wurde.

Wie bereits erwähnt: Die Kirche erhält Steuergelder. Und zwar nicht aus der Kirchensteuer allein, sondern auch ganz andere reguläre Steuern von Menschen, die diesem Verein nicht angehören. Hört sich komisch an in einem säkularen Staat. Ist aber eine Tatsache. Wir reden in Deutschland immer von einem säkularen Staat. Dieser ist effektiv nicht vorhanden und wird es nicht sein, solange der Geldhahn nicht abgedreht wird.

Am Samstag gibt es einen weiteren Grund.

Schönes Wochenende wünscht schon mal

der Zero

Gründe für den Kirchenaustritt (3)

Zum Tag der Arbeit gibt es heute den 5. und den 6. Grund für einen schnellstmöglichen Kirchenaustritt.

5. Frauen haben bis heute in der Kirche nichts zu sagen.

Als Frauen zuletzt Einfluss auf die Geschicke der katholischen Kirche ausüben konnten, hat Jesus himself noch gelebt. Damals verfolgt, später verfolgend war die Kirche meist ein reiner Männerhaufen. Damit das so bleibt und natürlich damit die Besitztümer der Kirche nicht in Privathände fallen, hat man irgendwann den Zölibat beschlossen. Hauruck, was für eine gute Idee. Zwar nicht gerade die Idee Jesu‘, denn der war für Liebe und Treue unter seinen Anhängern und Askese und Verzicht jedes Einzelnen, aber halt eine Idee. Seit dem sind Frauen in der Geschichte der Kirche nur ganz spärlich, immer mal wieder oder im Hintergrund gehalten oder zumindest später verleugnet, aufgetreten. Auch zu diesem Thema findet sich ein breites Spektrum an Artikeln, Büchern, Anmerkungen etc.
In der Welt der Aufklärung ist das einfach keine Alternative mehr. Die Gleichberechtigung sollte überall ankommen. Um so unverständlicher ist mir, dass Frauen tatsächlich dem katholischen Glauben anhängen.

Hier war mal ein Bild, bevor die Telekom Ihre Bandbreite künstlich gedrosselt hat.

Last woman standing

6. Die Kirche zeigt immer noch keinen Gefallen an Aufklärung und Gerechtigkeit. Im Gegenteil: Vertuschung ist an der Tagesordnung.

Mir liegt nichts ferner, als eine ganze Gruppe von Menschen für Taten haftbar zu machen, die von Einzeltätern begangen worden. Die Missbrauchsfälle die in den letzten Monaten bekannt geworden sind, sind die Taten von einzelnen Personen. Diese haben eventuell diese Neigung verspürt, andererseits hatten sie aber auch die Gelegenheit. Ich werde jetzt nicht genauer ausführen, ob oder inwieweit in Priesterämter mehr oder weniger Missbrauch an Kindern stattfindet oder stattgefunden hat. Einfach weil es keine Rolle spielt. Eine Rolle spielt nur: Wie wurde seitens der Kirche mit den Fällen umgegangen?
Wenn Tatsachen bekannt geworden sind, die möglicherweise auf Missbrauch deuten, wurde dann die Polizei eingeschaltet? Nein. Das regelt man „unter sich“, eine staatliche Gewalt wird nur anerkannt, wenn kein Weg mehr daran vorbei geht. „Unter sich“ regeln heißt übrigens nicht, den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Versetzung war schon das höchste der Gefühle was passieren konnte.
Der Spiegel hat schon vor 3 Jahren eine kleine Liste zusammengestellt. Wohlgemerkt vor DREI Jahren. Mittlerweile hat sich die Zahl der bekannten Fälle noch deutlich gesteigert.
Aktueller und etwas genauer ist der Wikipedia-Artikel, wobei dieser lediglich die Fälle in der katholischen Kirche behandelt (!).

Morgen zum langen Donnerstag, gibt es gleich 3 weitere Gründe.

Your’s Zero