Tagebuch eines Nichttrinkers (5)

25.06.2013

Heute ist schon der 25. Das heißt zum einen, dass ich es fast überstanden habe, zum anderen aber auch, dass eine weitere große Herausforderung unmittelbar bevor steht. Aber der Reihe nach.

Die letzten Tage verliefen recht unspektakulär und ohne wirkliche Versuchungen. Einzig am Samstag, als wir zum Vereinsfest waren, fiel es mir sehr schwer nichts zu trinken. Es war wahnsinnig gutes Wetter, wenn gerade kein Wind ging, war es richtig heiß. Da hätte ich wirklich gern ein Pilsgen genascht. Gesagt hat aber keiner was, wohl auch, weil wir etwas später kamen und die meisten schon ganz gut angefangen hatten. Die Biere gingen auch ganz gut weg wie ich beobachten konnte. Irgendwann war es aber „überstanden“ (es war auch recht witzig) und ich nüchtern. Dabei hätte ich auch den Winzersekt wirklich gern mal probiert.

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Die große Herausforderung kommt dann aber am nächsten Samstag. Mein bester Freund feiert seinen Geburtstag in der Heimat. Ich kann nicht sagen, ob ich das schaffe. Zwei Tage vor dem Ziel wäre ein Einbrechen halt fast schon tragisch. Wir werden sehen.

Ich melde mich im Juli.

Trockene Tage

Zero

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Tagebuch eines Nichttrinkers (4)

15. Juni 2013

HALBZEIT

Heute ist der 15. und ich habe diesen gesamtem Monat immer noch keinen Tropfen angerührt. Mittlerweile juckt es mich eigentlich auch gar nicht mehr. Aber da Wochenende ist, könnte es wieder etwas schwieriger werden.

Das letzte Wochenende habe ich ja gerade so überstanden. Samstag Abend waren wir eritreisch Essen und natürlich hätte ich gern das Mangobier probiert, welches verführerisch verlockend roch und vor meiner Nase langsam und genüsslich geleert wurde. Aber man kann nicht alles haben. Als ich nach der Rechnung verlangte, das Essen war übrigens grandios, bekam ich zwei Ouzo aufs Haus angeboten und hatte schneller „ja gerne“ gesagt, als ich überhaupt in Gedanken bis 2 hätte zählen können. Mir ist zum Glück anschließend gleich wieder eingefallen, dass ich ja nicht trinke und so bekam halt die Freundin 2 bzw. 3 Ouzo aufs Haus. Die Kellner ließen sich da nicht lumpen.

Diese ganze Woche passiert einfach nichts. Ich habe viel gearbeitet, bin Rad gefahren, wenn die Möglichkeit bestand und war beim Training. Keinerlei Versuchung bis heute 12 Uhr mal wieder ein Sektründchen nach der Arbeit anstand. Da meine KollegInnen aber mittlerweile Bescheid wissen, gab es gegen meine Ablehnung etwas zu trinken überhaupt keinen Widerstand. Zu meinem Bedauern weiß ich aber auch, dass am nächsten Wochenende (Vereinssommerfest) und am übernächsten Wochenende (Johannisfest) die nächsten Verlockungen allgegenwärtig sein werden. Mal sehen wie es ausgeht.

Ein schönes Restwochenende meine lieben Freunde, wünscht

Zero

Frau Schneewitt?

Meret Steiger, deren freitäglichen Kolumnen ich mitunter ganz gerne lese, hat heute über die „political correctness“ in der Sprache geschrieben. Sie möchte dabei nicht missverstanden werden, aber das fällt mir, so wie der Text aufgezogen ist, irgendwie schwer.

Der erste Abschnitt der Kolumne ist komplett falsch. Darauf wies ich die Autorin auch hin. Geändert wurde der Text natürlich bisher nicht. Ich habe mir daraufhin die Freiheit genommen, zu fragen, warum weiter offensichtlich falsches behauptet wird und die Hoffnung geäußert, dass dies nicht aus rein profitorientierter Haltung resultiert. Denn das wäre die Bankrotterklärung des Journalismus.

Alle haben vermutlich mitbekommen, dass die Uni Leipzig in ihrer neuen Grundordnung nur die weibliche Form benutzt und in einer Fußnote auf die männliche Form verweist. Früher war es mal genau umgekehrt. Hat niemanden interessiert. Wenn man jetzt den Schuh umdreht, machen die Medien daraus einen Megabohei. Einfach, weil sie sich gern aufregen. Über Nichtigkeiten. Es hat nämlich niemand an der Uni gefordert, dass irgendjemand jetzt Herr Professorin genannt wird. Das steht auch nirgends, nur der Spiegel hat diese bildhafte Umschreibung für eine Überschrift gewählt. Hier und hier wird die ganze Geschichte genau aufgeklärt.

Auch den zweiten Abschnitt kann man so meines Erachtens nicht unkommentiert stehen lassen. Das Wort „Neger“ war nie wertneutral. Es wurde nur hier oft so verstanden. Die meisten Menschen, die es benutzen oder benutzt haben, glauben es leitet sich einfach vom Begriff „negro“ für schwarz ab. Das ist nur vom Wortstamm her richtig. „Neger“ wurde von Beginn an im Kontext mit Leibeigenschaft und Sklaverei benutzt. Ich finde es schlimm genug, dass wir dieses Wort als wir aufwuchsen nicht besser wussten und mir wird oft berichtet, wie ich als Kind in der DDR zu dem ersten Schwarzen, den ich jemals sah, sagte „Mama, guck mal ein Neger.“ Der Mann war sichtlich schockiert und wütend auf meine Wortwahl. Warum wohl? Ist doch EIN GANZ NORMALES WORT gewesen damals. Oder doch nicht?!?

Eventuell wird es schlüssiger, worum es sich bei dem Wort dreht, wenn man sich die Geschichte der „10 kleinen Negerlein“ mal anguckt. Ganz neutral betrachtet. Ich finde den zweiten Teil wesentlich interessanter. Der erste ist aber auch informativ.

Was spricht also dagegen Kinderbücher, die vielleicht, so ein ganz winziges kleines bisschen rassistisch angehaucht waren, anzupassen und sie in eine heute kindgerechte Form zu bringen? Will man diese Zeiten nicht endlich hinter sich lassen? Möchte man, das der Begriff als solcher weiterhin kulturfähig bleibt? Die Älteren und Alten sagen immer noch „Neger“ und meinen es nie böse. Auf Nachfrage warum sie das Verhalten nicht ändern, bekommt man meist eine Bequemlichkeitsantwort oder gar keine. Oder Aggression. Wir hinterfragen unsere Alltagssprache zu wenig.

Wer sich allgemein für Ungleichheiten in der Sprache interessiert (ja, der „Sprachquatsch“ IST wichtig), dem sei folgendes ans Herz gelegt: BPB: Sprache und Ungleichheit

Hier noch ein kleiner Auszug aus unserem Zwiegespräch auf Facebook.

Nein, Shakespeare meinte ich damit nicht. Nur um Missverständnissen vorzubeugen.

Nein, Shakespeare meinte ich damit nicht. Nur um Missverständnissen vorzubeugen.

Verabschiedet sich jetzt ins (alkoholfreie) Wochenende

Zero

Tagebuch eines Nichttrinkers (3)

09. Juni 2013

Nachdem ich euch in den letzten 2 Beiträgen (nachzulesen hier und hier) vor allem über die Zeit vor Beginn des Projekts berichtet habe, möchte ich nun endlich über die erste wirkliche Woche im alkoholfreien Monat Juni referieren.

Wie bereits im ersten Beitrag angeklungen, begann der Juni direkt anspruchsvoll mit dem DFB-Pokal-Finale. Ich hatte zudem noch eine schön kalte Flasche meines aktuellen Lieblingsweißweins im Kühlschrank. Der Durst war da, aber ich verzichtete. Um es mir etwas einfacher zu machen, verbannte ich die Flasche auch wieder aus dem Kühlschrank und verstaute sie im „Weinkeller“. Die anschließende Arbeitswoche verlief ohne jegliche Schwierigkeiten, erst am Freitag wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Sekt mit trinken möchte. Da ich noch viel zu tun hatte, konnte ich dieses Angebot aber ohne jegliche Schwierigkeiten ablehnen.

Anschließend fuhr ich zu meiner Freundin, die den Vorschlag machte mit zwei weiteren Leuten abends in der Stadt auf einer 90er Party zu gehen. Ich hatte schon Lust, mal wieder unter Menschen zu kommen und so ging es gegen 9 los zum „Vorglühen“. Also Vorglühen für die anderen, Wasser trinken für mich. Schon an dieser Stelle hatte ich arge Probleme mit dem Verzicht. Ich hatte wirklich Durst, das Wetter war wunderbar und es lag ein Hauch von Neuem in der Luft. Die besten Voraussetzungen um zu Trinken. Dennoch schaffte ich es mich nicht zu einer „Pause“ überreden zu lassen. Wenn ich getrunken hätte, wäre das Projekt für mich zu Ende gewesen. Auch das mir absolute Geheimhaltung versprochen wurde, konnte mich nicht umstimmen. Es bringt mir ja rein gar nichts, mich selbst zu belügen. Also verzichtete ich.

Gegen 11 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in den Club, in dem die Party stattfand. Ich hab niemanden gesehen, der nicht trank. Nachdem wir kurz draußen standen, wollten wir mal drin die Lage peilen und sind reingestiefelt. Jackett abgeben und auf die Tanzfläche. Der erste von drei DJs legte gerade auf. Scooter, Das Modul, Blümchen, die gesamte Eurodance-Technoscheiße, die ich schon immer furchtbar fand. Dazu Backstreetboys. Mir fiel wieder ein, dass ich die 90er zum Kotzen fand. Heute sind sie Kult, aber Trash kann sich schnell in Kult verwandeln. Ist eben so. Es war jedenfalls nicht zum Aushalten und ich amüsierte mich nicht wirklich. Wäre aber wohl mit wenig Alkohol auch nicht anders gewesen. Mit sehr viel Alkohol hätte es natürlich möglicherweise spaßig (auch für die anderen) sein können. Der zweite DJ machte dann deutlich bessere Musik und so hielt es trotz extrem Durst sogar durch die ganze Zeit eine Bierflasche zu halten, ohne davon zu kosten. Es wurde Dr. Alban, Cultur Beat, Rednex, Lou Bega und schließlich sogar MC Hammer mit „U can’t touch this“ gespielt. Ich weiß genau, wie ich betrunken abgegangen wäre. Aber auch so hob das meine Laune und nicht mal die Baywatch-Titelmelodie konnte mich total schocken.

Da meine Freundin am Samstag morgens schon zur Probe musste, sind wir dann gegen 1 oder halb 2 Uhr nach Hause aufgebrochen. Zum Glück. Ich hoffe ich habe den anderen nicht zu sehr in ihre guten Laune gestört, sowas kann ich nämlich immer sehr gut, wenn ich nüchtern bin.

Ergebnis: Ich halte immer noch durch, aber schön ist anders.

Zero

Tagebuch eines Nichttrinkers (2)

08. Juni 2013

Seit einer Woche läuft nun das Projekt Alkoholfrei. Wie im letzten Eintrag versprochen, möchte ich euch aber zunächst von einem Erlebnis direkt vor Beginn des eigentlichen Monats berichten. Mitte der letzen Maiwoche ging es auf Betriebsausflug. Es war natürlich abzusehen, dass dies eine große Herausforderung darstellen würde. Das eigentliche Projekt hatte ja auch noch nicht angefangen und ich hatte schon den ersten „Ärger“ allein in der kurzen Probierzeit (siehe letzter Eintrag).

Ich nahm mir also vor, auf dem kompletten Ausflug nichts alkoholisches zu trinken. Deshalb sagte ich auch meinem Kollegen, dass ich ihn mit dem Auto mitnehmen könnte zum Treffpunkt an dem der Bus für uns bereitstand. Bis zur Frühstückspause hielt ich mich auch wacker an meine selbstauferlegte Enthaltsamkeit. Dann haben die Leute vom Hotel allerdings gewaltig provoziert. Am fertig gedeckten Frühstückstisch stand für JEDEN ein Glas Sekt bereit. Schon fertig. Ansonsten gab es nur Kaffee und Saft, aber für den Saft kein Glas. Woraus hätte ich den also trinken sollen? Nachdem ich mich noch ein bisschen geziert hatte, gab ich schließlich der Versuchung nach und lehrte mein Glas. Damit war dann auch klar, dass es jetzt recht egal wäre, ob ich trinke oder nicht, denn gegen meinen Grundsatz hatte ich ja nun schon verstoßen.

Etwas später machten wir dann eine Schifffahrt und ich beschloss unserer kleinen Runde eine selbige zu spendieren. Alle anderen hatten dann natürlich das Bedürfnis nachzuziehen und so sah es am Ende dann so aus:

Hier könnte Ihre Werbung stehen.

Schnappes

Soviel zu meinem Plan. Es gab noch das ein oder andere Radler und ich war recht froh, dass der Bus dann direkt bei uns Halt machte und wir uns nicht abholen lassen mussten. Ich wäre zwar vermutlich dann wieder fahrtüchtig gewesen, aber man muss es ja nicht riskieren.

Im dritten Teil erzähle ich euch dann von meiner ersten Woche komplett ohne einen Schluck Alkohol. Der Artikel erscheint morgen mittag.

на сдорове!

Zero

Neues von der „Modernen Hausfrau“

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an meinen Beitrag aus August 2012 – Eine Ode an die „Moderne Hausfrau“. Vor ein paar Tagen kam der neue Sommerkatalog mit der Post.

Sommerkatalog 2013

Ein paar Ausschnitte davon möchte ich euch nicht vorenthalten. Natürlich möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass man dieses Kunstwerk unter den Katalogen gratis abonnieren kann. Ich glaube, wenn man nach 4 Ausgaben nichts bestellt hat, wird der Versand des Katalogs aber wieder eingestellt.

Das erste Produkt, was mir dieses Mal ins Auge gesprungen ist, ist diese praktische na ja äh Leselampe. Wer möchte so nicht im Dunkeln am Strand sitzen und noch gemütlich ein Buch lesen. Oder nachts auf dem Balkon. Oder überhaupt. Auch beim Autofahren ist es eine willkommene Möglichkeit den Tachometer besser zu erkennen. Beim nächtlichen Wildwasserrafting möchte ich nicht mehr darauf verzichten müssen.

Nachtischlampe

Ganz besonders toll, sind auch die Weingläser, die aussehen wie WEINGLÄSER! Wenn das nicht mal eine Innovation ist. Unfassbar. Weingläser sehen aus wie Weingläser. Must-have des Sommers für mich persönlich. Also ab Juli natürlich erst.

Weingläser

Wer (wie ich aktuell) lieber auf Alkohol verzichten möchte, dem empfehle ich den Kükeneierbecher Marke „Bauarbeiter“. Mit eingebautem Salzstreuer. Wer kennt nicht das sonntägliche Gezanke um den einzig verfügbaren Salzstreuer beim Essen des Frühstücksei? Da wird Papi schon mal mit der Schaufel verprügelt oder Mutti muss Montags mit Sonnenbrille zur Arbeit. Diese Zeiten sind jetzt aber dank des Eierbechers „Bauarbeiter“ vorbei. Und natürlich sind die Becher auch süüüüüüüüüüüüüüß!

-salzig-

Wem Eier zu brav sind, greife zum Dildo „Lustmolch“. Mir fehlen dazu die Worte. Aber die Redaktion der MH hat ja welche gefunden.

Merke: moderne Hausfrauen dürfen auch mal die Hölle putzen!

Merke: moderne Hausfrauen dürfen auch mal die Hölle putzen!

Wenn bei euch zu Hause Schmalhans Küchenmeister ist oder Kochgehilfe Zufall nicht wirklich für die richtige Würze sorgt, dann braucht ihr die Spezial-Pfanne. Das Essen schmeckt zukünftig nicht nur sehr gut, sondern sieht auch noch hammermäßig aus. Bestellformular ist schon ausgefüllt.

Bratpfann'

Zum guten Schluss noch einmal die Erinnerung an meinen Lieblingsklassiker für alle Single-Hausfrauen. Das Liebeskissen „Bück dich Fee“. Für nur 50 Mark. Also 100 Ostmark.

Kissen "Bück dich Fee"

Alle Bilder sind (Ab-)Fotografien aus der „Modernen Hausfrau“, die Rechte liegen damit bei dieser.

Braucht mehr Staubfänger –

Zero