Standpunkt zur romantischen Zweierbeziehung

Es geht ums Abweichen von der romantischen Zweierbeziehung (RZB). Eine RZB bezeichnet die im westlichen Kulturkreis verbreitetste Form der intimen Beziehung zwischen zwei Menschen. Gesellschaftlich ist sie geachtet. Wesentliche Merkmale von ihr sind Ausschließlichkeit (begrenzte Zeit und Nähe mit Dritten, keine Intimität) und Absolutheit (wenn dann richtig, Zeithorizont unbegrenzt).

Was ist damit? Manche Ausschließlichkeit mag dem Zweck dienen, andere fernzuhalten. Doch das widerspricht dem Bild, dass wir Neues mögen! Und andere, und die Welt entdecken … Auf dem Spiel steht Vielfalt. Ist Veränderung kein Zeichen von Glück, wenn der Weg Ziel ist? Will ich einschränken, um an mich zu binden? Oder dass mir das geschieht.

Absolutheit erzeugt die Hürde für Wechsel. Mensch kann die Beziehung nicht herunterfahren, um sich zu öffnen. Und Neues nicht unverbindlich erleben, denn wer lässt sich mit Vergebenen ein und auf nichts Ganzes. Übrig bleibt die Dichotomie: das Ursprüngliche erhalten oder sein Ende ausrufen, mit vagem Ausgang. Keine temporäre Zwischenstufe würde Alternativen Raum zugestehen. Mensch will doch Beziehungen aufgrund von Zuneigung und Begeisterung führen. Weil sich Schönes von selbst erhält. Wenn Veränderung ganz leicht ist, wird nichts bloß aus Trägheit da sein.

Nähe existiert im Hier und Jetzt aufs Neue statt pauschal vereinbart. Wenn ich stets keine Zeit haben und mich ändern kann; wenn ich nicht fürchten muss, jemanden auf der Suche nach mehr aufzuhalten, dann werde ich mich nicht schlecht fühlen für etwas, das ich nicht erfüllen möchte.

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