Heute habe ich Grund zur Freude! Die erste eigene Klausur ist sehr gut angekommen. Warum das wichtig ist? Blöde Klausurfragen können so demotivierend sein, wenn Mensch in den Unterrichtsstunden aufmerksam war, sich aktiv beteiligt hat, gründlich gelernt hat und das alles am Ende gar nicht zeigen kann.

Als ich selbst noch an Prüfungen teilgenommen habe, wurde immer wieder über Lehrende und deren Prüfungen geschimpft. Ich habe darüber nachgedacht und irgendwann gebetsmühlenartig den immer selben Kommentar abgegeben: „Stimmt, deshalb sollten wir uns bemühen, es einmal besser zu machen“. Das ist hoffentlich passiert. Zum Dank dafür bin ich beim Korrigieren das Grinsen nicht losgeworden über die offensichtliche Emsigkeit der Teilnehmenden. Wie gut, die vier Tage in die Erstellung der Klausur investiert zu haben.

Chris

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Standpunkt zur romantischen Zweierbeziehung

Es geht ums Abweichen von der romantischen Zweierbeziehung (RZB). Eine RZB bezeichnet die im westlichen Kulturkreis verbreitetste Form der intimen Beziehung zwischen zwei Menschen. Gesellschaftlich ist sie geachtet. Wesentliche Merkmale von ihr sind Ausschließlichkeit (begrenzte Zeit und Nähe mit Dritten, keine Intimität) und Absolutheit (wenn dann richtig, Zeithorizont unbegrenzt).

Was ist damit? Manche Ausschließlichkeit mag dem Zweck dienen, andere fernzuhalten. Doch das widerspricht dem Bild, dass wir Neues mögen! Und andere, und die Welt entdecken … Auf dem Spiel steht Vielfalt. Ist Veränderung kein Zeichen von Glück, wenn der Weg Ziel ist? Will ich einschränken, um an mich zu binden? Oder dass mir das geschieht.

Absolutheit erzeugt die Hürde für Wechsel. Mensch kann die Beziehung nicht herunterfahren, um sich zu öffnen. Und Neues nicht unverbindlich erleben, denn wer lässt sich mit Vergebenen ein und auf nichts Ganzes. Übrig bleibt die Dichotomie: das Ursprüngliche erhalten oder sein Ende ausrufen, mit vagem Ausgang. Keine temporäre Zwischenstufe würde Alternativen Raum zugestehen. Mensch will doch Beziehungen aufgrund von Zuneigung und Begeisterung führen. Weil sich Schönes von selbst erhält. Wenn Veränderung ganz leicht ist, wird nichts bloß aus Trägheit da sein.

Nähe existiert im Hier und Jetzt aufs Neue statt pauschal vereinbart. Wenn ich stets keine Zeit haben und mich ändern kann; wenn ich nicht fürchten muss, jemanden auf der Suche nach mehr aufzuhalten, dann werde ich mich nicht schlecht fühlen für etwas, das ich nicht erfüllen möchte.

Lesetipp mit Linkliste

tl;dr: Februar – kein Alk, kein Fleisch, 5 Kilo runter

 

Bei diesem Blogeintrag handelt es sich um ein Novum. Erstmals verwurste ich gleich alle Informationen, die ich gern weitergeben würde, in einem einzigen Eintrag, statt separate Einträge zu schreiben. Das wird allerdings vermutlich das einzige Mal bleiben, dass ich so etwas wage. Bevor es jetzt anfängt zu langweilen, gibt es hier die bereits versprochenen Informationen:



1. Mein nächstes Projekt steht fest. Ich hatte es ja schon grob umrissen, allerdings hatte ich noch keinen Monat dafür ausgesucht. Außerdem habe ich es etwas erweitert. Am Ende des Eintrags erfahrt ihr um was es genau geht. Weiterhin möchte ich euch bitten, mir weitere Ideen für ähnliche Projekte und Herausforderungen in die Kommentare zu schreiben. Ich werde dann prüfen, ob etwas davon ausprobierenswert ist.

2. Es ist schon eine Weile her, da wollte ich etwas über die allmähliche, schleichende und für mich fast unerträgliche Metamorphose schreiben, die Facebook in den letzten Monaten durchmacht. Ich habe es immer wieder vor mir her geschoben, weil die Wut in mir oft genug einfach wieder verraucht war und ich eigentlich hauptsächlich andere Themen bediene. Lange Rede, schwacher Sinn, eines meiner Lieblingsblogs ist mir hier zuvor gekommen und zwar so gut und ausführlich, dass ein weiterer Beitrag meinerseits reine Zeitverschwendung wäre. Lesenswert sind auch ein Teil der Kommentare unter dem eigentlichen Artikel. Es bleibt nur noch anzumerken, dass es zu solch ekligen Auswüchsen durch Seitenbetreiber führt:

Interessiert das wirklich wen?

Interessiert das wirklich wen?



Hier wäre eigentlich ein Bild.

Wenn nein, ist es übrigens doch ne Frau! 😀
Warum haben solche Seiten überhaupt eine Darseinsberechtigung? Ich versteh es nicht.


3. Gleich noch in eigener Sache hinterher: Ich wurde darüber informiert, dass hier ab und an neuerdings Werbung unter den Beiträgen erscheint. An dieser Werbung verdienen die Blogbetreiber nichts. Wir bekommen den Webspace kostenfrei zur Verfügung gestellt und verständlicherweise möchte WordPress auch sein Auskommen haben. Wenn ihr störende Werbung umgehen oder abschalten wollt, empfehle ich euch das Surfen mit dem Firefox unter Verwendung von Add-ons, wie z.B. Addblock plus. Einfach mal die diversen Suchmaschinen danach fragen, ist kein großer Akt und man ist werbefrei im Internet unterwegs.

Nun aber zu den Projektbedingungen:

Ich werde einen Monat lang und zwar im Februar 2014 keinen Alkohol trinken, kein Fleisch essen und 5 Kilo Körpergewicht reduzieren. Natürlich werde ich euch wie üblich durch Einträge auf dem aktuellen Stand halten. Wünscht mir Glück und Durchhaltevermögen.

 

So long

Zero

 

Kurbeln wir die Wirtschaft an

Bevor ich Geld ausgebe, frage ich mich manchmal, ob ich das wirklich tun sollte. Eine Begründung fürs Geldausgeben ist leicht gefunden. Wir steigern so das Bruttosozialprodukt. Hervorragend! Wenn man jetzt nur noch wüsste, welcher Teil der Wirtschaft eigentlich angekurbelt werden soll.

Was steckt überhaupt hinter dieser Idee? Wenn sich ein Hausbesitzer entscheidet, das eigene Dach mit Solarzellen vollzupflastern, kann der Hersteller der Panele einen Teil des Kaufpreises nehmen, um seine Entwicklungskosten zu decken. Super! Allen ist geholfen. Genauso wenn irgendwo ein spezielles Restaurant eröffnet, von dessen Konzept man überzeugt ist, z.B. weil es gut schmeckt oder besonders nachhaltig ist. Dort Geld auszugeben, unterstützt den Betrieb dabei, sein Angebot aufrechtzuerhalten. Klasse! Es gäbe keine ausgereiften Panele oder hervorragenden Restaurants, wenn keiner bereit wäre, dafür zu bezahlen.

Aber was ist, wenn sich Jugendliche in der Disko den dritten Wodka-Redbull zum Kurs von 8,50 Euro reinziehen? Mit dem Geld wird wenig entwickelt oder Überdauerndes geschaffen. Stattdessen gibt es noch unerwünschte Nebeneffekte. Die Arbeitsplätze in der Branche sind vergleichsweise ungesund, weil es körperliche Nachtarbeit ist, Gewalt kommt vor, über Erbrochenes freut sich die Stadtreinigung weniger. Polizei und medizinische Versorgung werden genutzt.

Der Trip mit Ryanair und das Menü bei McDonalds stellen sich leider auch nicht als hilfreiche Maßnahmen heraus. Vom Flugpreis geht ein zu großer Anteil für Treibstoff drauf. Das Geld ist quasi verbrannt, sobald die Ressource verbraucht wird. Zwar hat es in Wirklichkeit nur jemand anders, aber wenn das ein Ölscheich in Dubai ist, ist das Ziel trotzdem verfehlt. Die Erträge der McDonalds Filiale fließen im Wesentlichen an die Aktionäre. Das sind sicher nette Personen oder attraktive Institutionen, aber ein Laster teilen alle – sie maximieren mit Vorliebe den eigenen Nutzen. Wer wirklich die Wirtschaft ankurbeln möchte, lässt sein Geld besser woanders.

Wo wäre das? Wenn wir berücksichtigen, ob die Mitarbeiter gut behandelt werden oder schonend mit begrenzten Ressourcen umgegangen wird, ist schon viel gewonnen. Dieser Gedanke ist aber nicht neu und nicht, worauf ich hinaus will.

Seltener hört man den Vorschlag, Unternehmen zu bevorzugen, die eine gegebene Menge an Erträgen mit weniger menschlicher Arbeitskraft erzielen, zumindest nicht von Befürwortern des linken politischen Spektrums.  Dabei liegt der Gedanke näher, als es scheinen mag! Gelingt es durch Automatisierung oder Skaleneffekte, dasselbe Produkt mit weniger personengebundenem Zeitaufwand zu erzielen, dann ist das tatsächlich ein wesentlicher Fortschritt. Nicht, damit die Hälfte von uns arbeitslos wird. Es ist nur so: Im Moment bewerten wir den Kaufpreis eines Produkts oder einer Dienstleistung fast immer in Geldeinheiten. Was wir aber eigentlich wollen, ist nicht ein Produkt, das wenig Euro kostet, sondern eines, das wenig menschlichen Zeitaufwand verursacht. Warum? In einer Welt, in der Unterschiede in den Gehältern und der Verteilung des Kapitals kleiner wäre, ist Arbeitszeit die eigentlich wichtige Bezugsgröße! Im Moment ist es Normalzustand, dass für jeden wohlhabenden Menschen mehrere Ärmere Überstunden machen müssen, um dessen Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir die menschliche Arbeitszeit im Auge behalten – egal wie billig sie in manchen Ländern auch sein mag – können wir das ändern!

Geben wir unser Geld also bevorzugt solchen Unternehmen, die menschliche Arbeitskraft bedacht einsetzen. Ich finde, das dürfen auch große Unternehmen sein, weil diese oftmals dieselbe Menge an Produkten oder Dienstleistungen mit weniger Aufwand erzeugen können. Natürlich nur, wenn sie diesen Vorteil in angemessenem Umfang an Mitarbeiter und Kunden weitergeben. So kurbeln wir den Teil der Wirtschaft an, der weiter bestehen soll.

Es grüßt
Chris

Reisebericht: Luxemburg

Immer mal wieder finden erfreuliche Nachrichten ihren Weg ins Postfach meines E-Mail Kontos. Neulich zum Beispiel wurde ich für einen kurzen Besuch in die Hauptstadt Luxemburgs eingeladen. Ein Ort, dem es auf Anhieb gelang, mich zu überraschen und zu begeistern.

Erste Eindrücke

Entspannt geklappt hat die Anreise im Eurocity. Der brauchte fünf Stunden ab Münster. Vor der Grenze in Trier gleich die erste Auffälligkeit: Alle bisherigen Passagiere stiegen dort aus. Nachdem sich mein Waggon vollständig geleert hatte, füllte er sich zögerlich mit Fahrgästen, die den Vorherigen wenig ähnelten. Meine neuen Mitreisenden waren gute dreißig Jahre jünger, auffällig schick gekleidet und trugen vereinzelt hochpreisige Kopfhörer um den Hals. Man merkt also deutlich, dass der Zug auf dem letzten Streckenabschnitt die Landesgrenze passiert. Dem Deutschen fehlt abends ein Anlass, sie in dieser Richtung zu überqueren. Die Luxemburger fahren heim vom Bummel in Trier.

Am Gare de Luxembourg angekommen strömte mir dann eine imposante Anhäufung von Anzugträger-innen entgegen. Einige gingen zügig, der Rest rannte! Ich spürte, dass die Zahl der Menschen, die aus dem benachbarten Ausland nach Luxemburg pendeln, um dort zu arbeiten (127.723 Grenzgänger1), um ein Vielfaches höher ist als die Zahl der Luxemburger, die zur Arbeit in die angrenzenden Länder Frankreich, Deutschland oder Belgien fahren (856 Personen). Würden diese asymmetrisch verlaufenden Arbeitnehmerströme in die Berechnungen des nominalen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf mit einbezogen, käme man übrigens auf einen erheblich geringeren Wert als die angegebenen $ 113.5332 für jeden der rund 525.0003 Einwohner Luxemburgs.

Ich war noch nie zur Geschäftszeit im Frankfurter Bankenviertel, aber es muss dem Anblick sehr ähneln, der sich mir am Hauptbahnhof der Hauptstadt bot. Beim Verlassen des Gebäudes bemerkte ich doch noch einen Hauch von Vielfalt, bezogen auf die Äußerlichkeiten. Der edle Freizeitlook, einschließlich obligatorischen Trenchcoats aus Schurwolle, kommt auch vor. Es gibt sogar ein Schlupfloch für all jene, die sich äußerlich sichtbar abgrenzen möchten. Mit Baggy-Jeans, Vans in auffälliger Farbgestaltung und glänzenden Daunenjacken, alles in fabrikneuer Anmutung, ist der männliche Stadtmensch offenbar gut bedient, wenn das Ziel ist, sich abzuheben. Für Damen habe ich eine solche Abgrenzungsmöglichkeit übrigens noch nicht erkannt. Im Umkehrschluss heißt das: Die studierenden Paradiesvögel mit ihren knallig grellen, orangen oder grünen Errungenschaften aus den aktuellen Kollektionen schwedischer Textilketten, die seit längerem das Straßenbild in Münsters Innenstadt prägen, sucht man hier vergebens – ebenso den „stilsicher“ gekleideten Jurastudenten.

Der Anlass für meine Reise

Zugegeben, ich war nicht nur zur Stadtbesichtigung unterwegs, sondern habe auch in einer interessanten Arbeitsgruppe vorgesprochen. Zwei Doktoranden und ein sympathischer Gruppenleiter haben mich im Verhör auf Herz und Nieren abgeklopft, so dass ich am Ende völlig nassgeschwitzt und verzweifelt aus dem Gebäude taumelte. So sah zumindest meine Erwartung an den schlechtesten Fall aus. Gelaufen ist es glücklicherweise doch ein klein wenig anders. Man ließ mich viel erzählen und hörte mir interessiert zu. Genau genommen war die Stimmung fast heiter bis ausgelassen. Auf die Frage, was dagegen spräche, mich einzustellen, erwiderte ich „wenn es etwas gäbe, würde ich das doch jetzt nicht erzählen“. Meine Gesprächspartner quittierten die ehrliche Antwort mit einem wohlwollenden Lachen. Im Verlauf des Gesprächs habe ich dennoch auch Schwächen und Unsicherheiten offen angesprochen – ich denke, das gehört einfach dazu. Ein paar Tage später kam dann übrigens die Zusage. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich einerseits schon etwas damit gerechnet, weil mein Profil und die Stelle einfach gut zusammen passen und die allgemeine Stimmung zu ausgelassen war, als dass irgendwo eine böse Überraschung lauern könnte. Sicher war ich allerdings keinesfalls – es ist doch schwer abzuschätzen, ob andere Kandidaten nicht vielleicht noch etwas besser gepasst hatten oder es wichtige Kritikpunkte gegeben hatte, über die ich mir nicht bewusst war. Dem war glücklicherweise nicht so! Nun freue ich mich sehr auf eine aufregende Zeit in einem richtig guten Umfeld.

So sehr wie mir die Stadt auf Anhieb gefallen hat, so wenig wohl wäre mir dabei, die sagenhaften Mietpreise zu bezahlen, die im gesamten Land normal zu sein scheinen, insbesondere weil meine Arbeitsgruppe im Jahr 2014 in die unmittelbare Nähe der französischen Grenze zieht und man auf französischer Seite mit dem halben Budget auskommt. Aus diesem Grund habe ich mich nun auch gerade für eine Wohnung in der beschaulichen Kleinstadt Villerupt entschieden, sogar nicht weit vom neuen Campus Belval. Die Gegend mit ihrer hübschen Hügellandschaft kenne ich bisher nur von Fotos, aber schon morgen wird sich das ändern und ich werde mir einen eigenen Eindruck verschaffen können. Da bin ich mal neugierig!

Als nächstes muss ich mir noch überlegen, was für eine Hardwareausstattung mir gefallen würde. Die Arbeitsgruppe nutzt mehrheitlich die Laptops mit Leuchtlogos. Mit der Bedienung dieser Geräte habe ich bisher noch gar keine Erfahrung, also wäre es auch eine gute Gelegenheit, um etwas Neues kennenzulernen. Ich soll alle Komponenten selbst auswählen, nur externe Bildschirme gibt es über die Uni. Wer kann mich beraten?